Füzes Endre: A szántalpas hombártól a tájházig (Skanzen könyvek. Szentendre, Szabadtéri Néprajzi Múzeum, 2012)
Település - népi építészet - A gabonás vermek problematikájához
Zur Problematik der Getreidegruben Auszug im Aufsatz werden die Vergangenheit der Getreidegruben, der Ausmaß ihrer Anwendung, sowie mehrere Fragen betreffs ihrer Rolle in den ungarischen Bauernwirtschaften behandelt. Es wird untersucht, zu welchem frühesten Zeitpunkt die Anwendung der Getreidegruben bei der ungarischen Bevölkerung angesetzt werden darf: Anhand der neuesten historischen Daten und Analysen konnte festgestellt werden, daß die ungarischen Stämme im Bereich des chasarischen Kaganats bereits im 8. Jh. den Ackerbau kannten und ihr eingebrachtes Getreide in die Erde eingegraben, in Gruben speicherten. Sie brachten also die Kenntnis der Getreidegrube aus Gebieten in Asien mit ins Karpatenbecken, und diese Kenntnis wurde durch die ähnliche Praxis der hier lebenden slawischen Völker unterstützt und erweitert. Archäologische Funde zeugen davon, daß der Gebrauch der Getreidegruben im 13-14. Jh. auf dem ungarischen Sprachgebiet allgemein verbreitet war. Man kann vermuten, daß die gleichzeitige Anwendung der Getreidegrube und der - ebenfalls nachweisbaren - verschiedenen Behälter (Flechtkörbe, Getreidetruhen, usw.) eine gesonderte Speicherung des für verschiedene Zwecke bestimmten Getreides ermöglichte. Die dauerhafte Speicherung in Getreidegruben förderte die Befriedigung des Bedarfs an Brotgetreide in den Städten bzw. Marktflecken. Die Getreidegruben der Bauernwirtschaften dienten als Vorbild für die in den Allodenwirtschaften angelegten Getreidegruben, die jahrhundertelang in Gebrauch waren. Im weiteren wurde die räumliche Verbreitung der Getreidegruben im 18-19. Jh. untersucht. Die Daten über Getreidegruben in Bauernhöfen wurden auf einer Karte eingezeichnet (s. Karte) und die Anwendung der Gruben nur auf den aufgerissenen Gebieten als bewiesen angenommen. Das Fehlen der Getreidegruben fällt im Westen und Südwesten des ungarischen Sprachgebietes sowie in Siebenbürgen auf, waren doch früher auf diesen Gebieten die Gruben auf den gutsherrlichen Betrieben in Gebrauch. Es ist anzunehmen, daß hier andere Speicherungsarten an Bedeutung zunahmen (z. B. Getreidekörbe und -truhen). Es konnte festgestellt werden, daß die Getreidegruben auf dem gesamten Sprachgebiet zum Wohnraum gehörten, auf Außenbetrieben wurden nur dann Getreidegruben angelegt, wenn sie ständig bewohnt waren. Es wird ausführlich auf eine Feststellung von 1. GYÖRFFY eingegangen, wonach die Getreidegruben innerhalb des für das Karpatenbecken charakteristischen zweifachen, räumlich geteilten landwirtschaftlichen Systems zum "asiatischen" und "Nomaden" System gehören. Anhand der Analyse der Daten scheint der Zusammenhang zwischen der Korngewinnung "asiatischer" Art (Drusch mit Tieren) und der Speicherung in Getreidegruben außer Zweifel zu bestehen, ist doch die Grube sehr dazu geeignet, um darin eine größere Menge in kurzer Zeit gewonnenen Korns unterzubringen, außerdem deckt sich die geographische Verbreitung der beiden Verfahren beinahe, wir sind jedoch der Ansicht, daß dieser Zusammenhang in viel komplizierterer Weise zur Geltung kommt. Nach unserer Auffassung ist der Gebrauch der Getreidegruben eine Funktion des technischen und des 132