Cseri Miklós - Sári Zsolt (szerk.): Vidéki életmódváltozások a 20. században (Szentendre, Szabadtéri Néprajzi Múzeum, 2009)

Hortoványi Piroska: Neked volt gyerekszobád? – A falusi gyermek státuszának változása a 20. század második felében

Piroska Hortoványi Hast du ein kinderzimmer gehabt? Wandel im status der dorfkinder in der zweiten hälfte des 20. Jahrhunderts Der Status der Kinder erlitt eine bedeutende Änderung in der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts. Das Leben der Bauernschicht hat sich nach dem Verlust des eigenen Bodens grundlegend geändert. Als Folge löste sich die Dorfgemeinschaft auf, und damit die bis dahin gültige gesellschaftliche und moralische Norm. Die Vorstellungen über Kinder machten auch eine Änderung durch. Zeiteinteilung: mit der Organisierung der LPG (Produktionsgenossenschaften) ändert sich die Zeiteinteilung der Bauergesellschaft. So lange die Bauern ihren eigenen Boden hatten, regelten das Alltagsleben vielmehr die verschiedenen Arbeiten und nicht Stunden und Daten. Freizeit im heutigen Sinne gab es nicht. Unterhaltung, Erholung verflochten sich oft mit den Arbeiten (Weinlese, Spinnstube, usw.) Mit dem Erscheinen der LPG wird die Arbeit mit bestimmten Stunden gemessen, so werden zum Ausfüllen der freigewordenen Zeit neue Tätigkeiten für Erwachsene und für Kinder eingesetzt und Freizeitaktivitäten und Arbeit werden scharf voneinander getrennt. Arbeitsteilung in der Familie: die Arbeitsmöglichkeiten außerhalb des Dorfes reduzierten die Bedeutung der Familie als Produktionseinheit. Die Fämilienstruktur unterlag ebenfalls einem Wandel. Solange die Familie ihren eigenen Boden hat, stellt das Kind auch wichtige Arbeitskraft dar, nimmt an den landwirtschaftlichen Arbeiten und an der Tierhaltung teil. Die gemeinschaftlichen Arbeiten bedeuten für die Kinder auch Spielgelegenheiten. Die bis dann für natürlich erachtete Kinderarbeit verschwindet, wo die Familie noch eine I lofstelle bewirtschaftet, dort beteiligt sich die junge Generation weiterhin an den Aufgaben, aber da es nicht jedes Kind betrifft, so ist dies nicht mehr als natürlich angeschaut, sondern vielmehr als eine Pflicht. Mit der Anstellung der Frauen spielt die Erziehung in Institutionen eine größere Rolle: die traditionellen Mannes- und Frauenarbeiten verschwinden. Dank der Erziehung im Kindergarten übernehmen die Jungen auch die Arbeiten, die in der traditionellen Bauerngesellschaft als Frauentätigkeit betrachtet werden. Nach dem Verlust des eigenen Bodens investierte die Bauernschicht das überschüssige Geld in den Bau von größeren Wohnhäusern, so entstehen die Kinderzimmer. Das Erscheinen der Privatsphäre, die mit der Altersgruppe weniger verbrachte Zeit hat die Zurückdrängung der Gemeinschaftsspiele zur Folge. 321

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