Cseri Miklós - Horváth Anita - Szabó Zsuzsanna (szerk.): Entdecken Sie das ländliche Ungarn!, Museumsführer (Szentendre, Ungarisches Freilichtmuseum Szentendre, 2007)

II Marktflecken in Oberland - II-5 Zehnthaus, Mád

11-5 Zehntenhaus, Mád I Der Zehnte war die Abgabe (der 10. Teil) von den Erträgen aus Grundbesitz an Kirche und Grundherrn. Getreide (Weizen, Roggen, Gerste, Hafer; Dinkel, Hirse), Wein, Zuwachs an Scha­fen und Bienen waren der Zehntenabgabe unterworfen. Die Zehntenhäuser waren charakteri­stische Bauten im Stadtbild der Marktflecken, wo die Gutsherren die Abgabe eingesammelt hatten. Das ursprüngliche Gebäude wurde gegen 1720 in Mád gebaut und war vor allem für die Lage­rung des Getreidezehnten geeig­net. Der einzige Raum im Stock­werk diente als Getreidespeicher das Erdgeschoss bestand aus Stube-Küche-Kammer Die Mauer bestehen aus Bruchstein aus Mád, schön behauene Stein-rah­men und Schmiedeeisengitter schmücken die Fassade. Unter einem Halbdach im Hof wurde die Kelter mit Endspindel aufge­stellt, die einst im Desseffy-Gut gebraucht war Die Weinpresse wurde zum Keltern von großen Mengen benützt. Ihr Pressbaum war am einen Ende befestigt, am anderen Ende wurde die Druck­kraft mit einer mit Gewicht bela­steten Spindel geregelt. Bei den kleineren Keltern mit Mittel-spin­del legte man die Trauben in einem viereckigen Korb auf den Sockel, und das von der Spindel heruntergedrückte Gewicht presste den Saft aus. Vor der Verbreitung der Pressen wurden die Trauben in Wannen mit einer

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