Cseri Miklós szerk.: A Kisalföld népi építészete - A Győrött 1993. május 24-25-én megrendezett konferencia anyaga (Szentendre; Győr: Szabadtéri Néprajzi Múzeum, Xantus János Muzeum, 1994)

KÜCSÁN József: Sopron északkeleti külvárosának építészeti vizsgálata a 17-18. században

Die nordöstliche Vorstadt von Sopron im 17. und 18. Jahrhundert -eine architekturhistorische Untersuchung 17. und 18. Jahrhunderts Anfangs(?) habe ich versucht, die durch die Ethnographie als typisch charakterisierten Merk­male, aber auch gerade die davon abweichenden Erscheinungen, die bei der Auswertung der Inventare aus dem 17. und 18. Jahrhundert festgestellt werden können, mehr oder weniger ausführlich darzustellen. Danach scheint es so, daß man in den Vorstädten von Sopron damals überwiegend (64%) in Wohnungen lebte, die aus einem Zimmer und einer Küche bestanden. Es gibt jedoch auch Hinweise darauf, daß bereits damals der Wunsch nach Erweiterung des Wohn­raumes bestand, der duch Umgestaltung der Kammer zu einem Wohnraum befriedigt wurde. Aber auch die Wohnungen mit zwei Stuben und einer Küche (33 x oder 33%?) blieben nicht unverändert, denn auch eine Unterteilung der 25-30 m 2 großen Wohnstuben kam nicht selten vor. Ähnliche Folgerungen zog auch Éva ASKERCZ in ihrer Studie, in der sie die Inventare der Innenstadt aus dem 17. und 18. Jahrhundert bearbeitet hatte. Sie bestimmte die Größe des durchschnittlichen Wohnzimmers im 17. Jahrhundert mit 50 m 2 ; so konnte durch die im 18. Jahrhundert als Tendenz erscheinende Trennung noch immer ausreichend große Wohnräume geschaffen werden. Das gleiche gilt nicht mehr für die viel kleineren - etwa halb so großen - Wohnungen der Vorstädte, wo die Teilung Räume ergab, die zur Absonderung -, zum Schlafen - Wohl aber nicht mehr zum längeren Aufenthalt geeignet waren. Diese Entwicklungsrichtung der Wohnungen erwies sich also als begrenzt, eine qualitative Entwicklung für die schmalen Grundstücke und für die allgemein verbreiteten sog. Langen Häuser der Vorstädte brachte erst die geschlossene Frohtbebauung (Queranbau) oder die Aufstockung der Häuser. Ein anderer, viel häufigerer Typ in Sopron ist das sog. „Teilhaus". In unseren Inventaren kamen 7 solche Fälle vor, daß der Verstorbene die Hälfte, in einem Fall drei Viertel des Hauses besaß. Authentische Angaben gibt es über diese Epoche noch nicht, aber Gusztáv THIRRING teilt in seinem Grundwerk aus 1734 bereits Angaben über die steuerzahlenden Häuser mit. Dem­nach beherbergen 46% der Häuser nur eine Wohnung, 37% sind in zwei, 13% in drei Wohnungen geteilt, die Anzahl der Teilhäuser war 29. Das Teilhaus ist eigentlich nichts anderes als eine Verlängerung des Gründrisses in seiner Längsvichtung, d. h. der Blau mehrerer Wohnungen von gleichem oder ähnlichem Grundriß hintereinmander. Unter den gegebenen Umständen hat sich diese Lösung allgemein verbreitet, was auch heißt, daß die Erhöhung des Komfortes einer Woh­nung nicht durch die Erhöhung der Grundfläche der einzelnen Wohnungen erfolgte, also durch die Verbesserung der Wohnumstände, sondern durch die Verminderung der Zahl der Bewohner pro Wohnung. Daraus folgend konservierte sich die durch die Zwei-Zimmer-Küche-Wohnungen gegebene Wohnqualität vom 17. Jahrhundert aw in manchen Fällen bis heute. Bei der Betrachtung der Wirtschaftsräume und Gebäude wird es sichtbar, daß die Spezialisi­erung der einzelnen Funktionen einsetzte, darauf weist die Existenz von Keller-Preßhaus, Stall­Schweinestall, Speisekammer-Kornspeicher-Wohnkammer und im Hof das Erscheinen der zur Lagerung dienenden Bauten: Scheune-Schuppenhin. Durch die in jedem Gebäude und jedem Raum vorkommenden Werkzeuge ist die überwiegende Bedeutung des Weinanbaus nachgewi­esen.

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