Kovács László PUTU: KOVÁCSOLÁSUNKKAL ÜZENNI A JÖVŐBE. NYOMOT HAGYNI A VILÁGBAN (Kiállítási katalógusok - Szentendre, Szabadtéri Néprajzi Múzeum, 2007)
VORWORT Damit ich Ihnen einen Eindruck darüber vermitteln kann, was für eine besondere Persönlichkeit er ist, muss ich wie der „sich auch unter den vor Hephaistos stehenden Schmieden nach vorne drängenden" PuTu sprechen, seine Sprache benützen, ihn zitieren, da niemand die für ihn bezeichnende und seine eigene ars poetica, oder künstlerische Bekenntnis glaubwürdiger formulieren kann, als er: „Ich bin in das Eisen verliebt: es ist eine untadelige, aufrichtige, reine Liebe." - „Ich bin Autodidakt - ich besuchte immer meine eigenen Schulen. Ich treffe Hephaistos regelmäßig, wir plaudern eine Weile, wir trinken einige Gläser, wir verstehen einander gut. Am besten komme ich aber mit Csege*, dem ur-ungarischen Schmied aus, ihm verdanke ich das Meiste." „Gelernt habe ich hier und dort, wie wir das Leben erlernen, die Liebe, die Partnerbeziehung erlernen. Das Eisen habe ich auch gelernt!" „Ich bin PuTu - Untertan des Eisens, Prinz des Rosts, kein alltäglicher Schmied!" „Ich bin ein experimentierender Typ! - aber nicht bis zum Extremen. Wenn etwas nicht geht, höre ich damit auf. Ich nehme das später nochmals in die Hand, ein anderes Mal. (...) Das Experimentieren fördert die Kunst! Das ist meine Überzeugung." Seine Ansicht über die schweißtreibende, schwere physische Arbeit (eine freie Auswahl aus seinen verschiedenen Aufzeichnungen): „während der Arbeit ist der Mensch wie verzaubert, er schwebt fast, er befindet sich in einem euphorischem Zustand, er hat beim Hämmern quasi Lust Jazz zu spielen." - „Ich bin im Schweiß gebadet, innen und außen bin ich erhitzt, wie das Eisen, das Erwärmen ist auch leicht, ich hebe das Eisen genau zur richtigen Zeit aus dem Feuer, ich zögere mich nicht, ich lasse es in Ruhe und doch, ich hole es im bestem Moment und dann los, ich schlage es unermüdet, dabei steht mein Mundwerk auch nicht still, ich improvisiere: das Eisen ist nackt und kalt, hart und rau und wird weich und seidig auf dem Schoss der Flammen..." Aufgrund dieser Lebensempfindung und Grundeinstellung kritisiert PuTu erbarmungslos diejenigen falschen Schmiede, die „gekünstelt künstlerisch" tun, bei denen (wie er sagt) „der Beruf schrecklich entwertet ist", bei denen der „Anspruch und das Verständnis fehlen, um eine saubere, vollendete Bearbeitung zu leisten", die „das Eisen nur zusammenschlagen". Wie er mit seinen streng knappen, jedoch dichterischen Aphorismen, wahrheitsliebende Wendungen behauptet: „Das Eisen stellt die 24 Stunden der Erzählung dar", weil „plaudern in der Sprache des Eisens ist leicht, sprechen jedoch schwierig". Ja. Das ist PuTu! Nur seine dichterische Erregung ist größer als sein Fachbewusstsein. Er treibt sozusagen „Liebelei mit dem Eisen", körperlich und seelisch, und ist fähig, sich an seinen Einzelausstellungen oder als regelmäßig eingeladener Gast des jährlichen Hephaistos-Festivals in Helfstyn in Tschechien oder anlässlich der Life-Performances während der internationalen Schmiedetreffen als richtigen Performer vorzustellen. Wenn nötig, in Frack gekleidet, dann fast nackt mit Russ bedeckt, aber auch in Rot-weiß-grün, mit bis zu den Ohren gezogenem Barett, wenn es sein muss, mit steifem Huf, mit Fliegerkappe oder Sturzhelm, mit einer Fliege aus Eisen auf seinem weißen Hemd oder nacktem Oberkörper. Für mich ist PuTu ein Phänomen wie Imre Bukta. Abgesehen von den äußeren Ähnlichkeiten, - ab und zu eine schlanke Flechte an der Seite im Bart oder im Haar, in Barett gesetzter Kopf, immer bis zu den Ohren, usw. Beide kommen aus dem Dorf, auch wenn PuTu seine Laufbahn nicht als landwirtschaftlicher Künstler (wie Bukta) begonnen hat, aber mindestens als landwirtschaftlicher Schmied in Polgár und Tiszacsege in der LPG Rákóczi. Er erlernte das Fach von einfachen Menschen. Er errichtete seine eigene Werkstatt in den Jahren 1984-85. Seitdem er sich vom Freilichtmuseum in Szentendre (1981-96) getrennt hat, kann er in seiner unabhängigen Werkstatt arbeiten und sich mit Kunst beschäftigen. 1997 wurde er in den Nationalen Verband Ungarischer Schaffender Künstler aufgenommen, aber seit dem Jahr 1977 stellt er aus. Er fertigte bereits Fenstergitter und Schutzgitter für Bäume, Aushangschilde, Spaliere, kleine und große Toren, Türbänder, Türklinken, Konsolen, Ofentüren, Feuerzeuggarnituren, usw. Männliche Wortkargheit und Einfachheit sind die Hauptmerkmale seiner Werke. Der „malerische Augenschmaus", die „barocke Geschwätzigkeit", die verzierende, aufputzende Überschwänglichkeit in der Form, all das, was die Schmiedekunst abwertet, zu einer Klempnertätigkeit, zum Schlossergewerbe degradiert, sind von seinen grauschwarz patinierten Arbeiten weit entfernt. Er betont die in Form geschlagene und organisierte „statische Kraft", die Tragfähigkeit, die Zugfestigkeit und die „Masse" des Eisens, die aus der natürlichen Beschaffenheit des Materials stammende rohe, jedoch erzwungene Schönheit, eine Monumentalität, die jegliche Kompliziertheit vermeidet. Er hebt die mit gefundenen und fertigen Gegenständen experimentierende Stofflichkeit der Gattung hervor; eine Stofflichkeit im Sinne des Avantgardismus, d.h. mit einer erneuernden Geistigkeit, mit verdutzenden Formen. In seinen Titeln ist er spielerisch: er mag die dichterisch inspirierten Mehrsinnigkeiten, die lustigen Einfälle, gewitzte Wortbilder - die alle finden wir in der Ausstellung vor. Tihamér Novotny * Eine vom Künstler erfundene Person, damit auch die ungarischen Schmiede ihren „kleinen Gott" haben. 5