Cseri Miklós, Füzes Endre (szerk.): Ház és ember, A Szabadtéri Néprajzi Múzeum évkönyve 10. (Szentendre, Szabadtéri Néprajzi Múzeum, 1995)

DÁM LÁSZLÓ: A magyar paraszti állattartás építményei

DIE GEBÄUDE DER UNGARISCHEN BÄUERLICHEN TIERHALTUNG Die Studie stellt die, zu den intensiven Formen der ungarischen Tierzucht gehörenden geschlossenen, bedeckten Gebäude vor. Diese Gebäude können ihrer Funktion nach in drei Gruppen eingeteilt werden: 1. Rinder- und Pferde-, 2. Schweine- und Geflügelställe und 3. Schafställe. Die Mehrzahl der geschlossenen, mit Wänden und Dächern versehenen Gebäude der ungarischen Tierzucht ist östlicher Herkunft, und war schon zur Zeit der Landnahme unter den Ungarn bekannt. Die ungarische Forschung führt diese Gebäude, genannt "ól", auf zwei Gebäudetypen zurück: 1. auf den offenen Schuppen (szín) mit einem Dach auf vier Säulen und 2. auf die in die Erde hineingegrabenen Grubenställe (veremól). Beide archaischen Gebäudetypen sind in manchen Regionen auch noch heute zu beobachten. Aus dem offe­nen Schuppen wird in der Weise ein geschlossener Stall, daß der Dünger der dort gehaltenen Viehe mit Erde und Pflanzenteilen vermischt aufeinandergelegt wird, genau so wird es also gemacht wie die gelegte Lehmwand. Wenn der Herbst da ist, hat man einen Stall mit Düngerwand (1. Abbildung). Die in die Erde hineinge­grabenen Ställe sind in erster Linie auf der Großen Ungarischen Tiefebene, besonders in den Regionen namens Nyírség und Kiskunság (Kleinkumanien) erhal­ten geblieben. Die Gründe dafür liegen hauptsächlich in den naturgeographischen Gegebenheiten und in den sozialen Verhältnissen. In beiden Regionen gibt es einen losen, sandigen Fußboden, worin es die Grube der Gebäude leicht auszugraben war. Das charakterisierte die ärmsten Schichten des Bauerntums, da es zu bauen am billigsten war (2-3 Abbildungen). Eine archaische und typische Einrichtung der Ställe ist der Stall mit Herd (tüzelősói) (4-7. Abbildungen), also ein mit einem offenen Herd versehenes Bauwerk. Diese Ställe sind für die Herberge Einödhofeder weiten Weiden, sowie für die Stallhöfe der Siedlungen mit zwei Innengewannen typisch, die deshalb einen Herd besitzen, weil in ihnen die Männer wohnten und schliefen, die sich mit dem Vieh beschäftigten. Sie sind nur auf der Großen Ungarischen Tiefebene verbreitet und der Zeitpunkt ihrer Anwendung fällt mit der Glanzepoche der Rinderzucht für Handelszwecke auf der Tiefebene zusammen (16-1 7.Jh). Mit der Ausnahme der Beispiele auf der Großen Ungarischen Tiefebene sind die Ställe im allgemeinen in den anderen ungarischsprachigen Regionen des Karpatenbeckens zum Wohngebäude oder zu anderen Gebäuden hinzugefügt. Eine typische Form ist der Scheunenstall (10-11 Abbildungen), der der abgetrennte Teil der Scheune für die Tiere war. Dieser Bautentyp ist besonders für Siebenbürgen typisch, aber er befindet sich sporadisch auch im geschichtlichen Oberungarn, Süd- und Westtransdanubien. Während in der Baukunst der Tiefebene der Stall immer ein selbständiges Bauwerk ist (8-10. Abbildungen), baut man den Stall in Oberungarn und in Transdanubien gewöhnlich mit dem Wohnhaus unter ein Dach. Die Gebäude der Schweine- und Geflügelzucht erscheinen mit der intensiven Wirtschaft, und ihre bedeutende Verbreitung begann erst im vorigen Jahrhundert. Diese Gebäude sind ihrem Baustoff, ihrer Bautechnik, Konstruktion und Erscheinungsform nach ähnlich und oft können sie sie nur nach ihrer Funktion unterscheidet werden. Ihre archaischsten Erscheinungsformen sind die Grubenställe und die ver­schiedenen Dach- und Kegelhütten (12-14. Abbildungen). In den Ostkarpaten, in Nord-ostungarn und in Siebenbürgen waren die Schweine- und Geflügelställe mit verschiedenem Aufbau und einfacher Konstruktion auf einem kreis-, ellipsen- oder quadrat­förmigen Grundriß allgemein verbreitet. Ihr Baumaterial war hauptsächlich Hecke, Schilf oder Stengel (15-16. Abbildungen). Merkwürdige Gebäude mit einem kreis­förmigen Grundriß werden auf den mittleren und südlichen Teilen der Gegend jenseits der Theiß, sowie in Woiwodinen (17-19. Abbildungen) errichtet. Diese Gebäude benutzt man sowohl für Schweinezucht, als auch für Geflügelzucht; es kommt aber oft vor. daß ein Stall alle beide Funktionen hat. In diesem Fall baut man einen zweistöckigen Stall, in dem unten die Schweine, oben die Geflügel sind. Aus morphologischer Hinsicht können die Gebäude für die intensive Schweinezucht in drei Typen eingeteilt werden: 1. Schweineställe mit einem quadratfönnigen Grundriß, mit flachen Wänden, mit oder ohne Schweinekoppel, 2. Ställe mit einem kreisförmigen Grundriß, und 3. Holzställc auf aus Holz behauten Füßen (20-25. Abbildungen). Charakteristisch sind für das ungarische Bauerntum die auf hohen Säulen liegen­den Taubenhäuser (26-28. Abbildungen). Das sind im allgemeinen aus Brettern errichtete, mit Schindeln oder Dachziegeln bedeckte Bauten, die durch die charakteris­tischen Fluglöcher auf zwei Seiten der Fassade

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