Cseri Miklós, Füzes Endre (szerk.): Ház és ember, A Szabadtéri Néprajzi Múzeum évkönyve 6. (Szentendre, Szabadtéri Néprajzi Múzeum, 1990)
SABJÁN TIBOR: Kívülfűtős kemencék bontási tapasztalatai
Tibor Sabján ERFAHRUNGEN BEI DER ZERLEGUNG VON HINTERLADER-BACKÖFEN Aus den Abbauarbeiten im Ethnographischen Freilichtmuseum in Szentendre hat der Verfasser im zweiten Teil seiner Studienserie den Themenkreis der Hinterlader-Backöfen hervorgehoben. (Im ersten Teil hat er die Erfahrungen bei der Zerlegung bäuerlicher Kachelöfen verarbeitet. Haus und Mensch 5.) Die Backöfen beschreibt er in drei Gruppen, die nach ihrer Bautechnik gegliedert sind: in der ersten Gruppe stellt er seine Beobachtungen im Zusammenhang mit der Zerlegung der aus Dachziegeln, in der zweiten der auf Felechtwerkgerüst, in der dritten der aus Ziegelstein erbauten Öfen vor. 1. BACKÖFEN AUS DACHZIEGELN In der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts verbreiteten sich im ungarischen Tiefland die aus zerbrochenen Dachziegelscherben gebauten Backöfen. Die Voraussetzung ihrer Einbürgerung war das Ziegeldecken, das sich im vorigen Jahrhundert in immer größerem Kreis verbreitete und so auch für die Bauernschaft zugänglich wurde. Der Bau von Backöfen aus Dachziegeln war einfacher und schneller, als der Bau aus Lehm. Die Ofenwände machten kein Traggerüst erforderlich, die Dachziegelscherben konnte man wie Ziegelsteine übereinander legen. Als Bindematerial hat man mit Spreu und Rüttstroh gemischten Lehm verwendet. a) Hajdúbagos (Komitat Hajdú-Bihar) Der Backofen aus Hajdúbagos stand in der hinteren Stube eines im Jahre 1835 gebauten Bauernhauses. Das Gebäude wurde im Laufe seiner Geschichte mehrmals umgebaut, sein Backofen wurde im Jahre 1920, anstelle des früher hier gestandenen Backofens mit Flechtwerkgerüst aufgebaut. Während der Zerlegung haben wir den originellen Boden und eine kleinere Wandstrecke dieses Flechtwerkbackofens gefunden, die beim Bau des Backofens aus Dachziegeln nicht abgerissen wurden. Aus der Aufmauerung der Dachziegelwand können wir die Schlußfolgerung machen, daß der Backofen von einem nicht besonders geübten Mann ausgeführt worden ist. Während der Zerlegung haben wir geklärt, daß im Laufe der Benutzung neben der Ofenseite von der Tür her ein gemauerter Sparherd angebaut wurde. Im Backofen mit verhältnismäßig großen Abmessungen konnte man gleichzeitig sechs Stück Brot und zwei Laib backen. Der Backofen wurde mit Maisstroh und Stroh geheizt. Ein gut aufgeheizter Backofen hat die Wärme bis zum folgenden Tag gehalten. b) Derecske (Komitat Hajdú-Bihar) Den zweiten Backofen aus Dachziegeln haben wir in der Vorderstube eines Hüterhauses ärmlicher Ausführung im Weingarten von Derecske zerlegt. Die Aufmauerung der Dachziegelwand zeigt eine sorgfältige, kundige Arbeit. Es ist uns gelungen, während der Zerlegung auch die Umbauten des Backofens sorgfältig festsetzen zu können. Beim Bau wurde der Backofen von einer schmalen Bank umgeben. Darüber befand sich auf der Türseite ein aufgehobener Sitzplatz, sogenanntes Kucik. Im weiteren hat man auf dieser aufgehobenen Stelle einen Sparherd mit einfacher Konstruktion (er besaß nur Kochplatte, aber keine Backröhre) gebaut. Während der Benutzung wurde dieser Herd nocheinmal erneuert, danach die Ofenbank rundherum abgerissen. c) Mezőberény (Komitat Békés) Der in Mezőberény zerlegte Backofen aus Dachziegeln stand in der Vorderstube eines im Jahre 1858 gebauten Wohnhauses. Der schön gestaltete Backofen ohne Ofenbank stellt einen im Tiefland allgemein verbreiteten Typ dar. Seine Bauweise, die Gestaltung seiner Details weisen auf einen fachkundigen Spezialisten hin. 2. FLECHTWERKBACKÖFEN Die Backöfen mit Lehmwand können unter Verwendung eines Gerüstes oder ohne Gerüst gebaut werden. Mehrere Methoden sind zur Herstellung des Gerüstes entstanden, das den frischen Lehm trägt. Die folgenden zwei Blacköfen gehören zum Typ mit Flechtwerkgerüst. a) Dunapataj (Komitat Bács-Kiskun) Der Backofen mit eckiger Form in Dunapataj stand in der Vorderstube eines Hofgängerhauses mit Flechtwerkwänden. Die Zerlegung hat gezeigt, daß sein Gerüst aus Weidenruten zusamengestellt und mittels Akazienpfählen befestigt wurde. Beim Bau wurde um den Backofen eine eckige Sitzbank ausgebildet und darauf, auf der Türseite wurde später ein Sparherd aufgebaut. In späterer Periode der Benutzung wurden der Sparherd und die Bank abgerissen. Bei dem Abbau haben wir das bei Backöfen ähnlicher Konstruktion gut bewährte Aufschneideverfahren verwendet. Auf den Schnitten der Backofenwand waren die nach dem Ausbrennen übriggebliebenen Spuren der veräscherten Gerüstkonstruktion gut zu untersuchen, weiterhin haben wir Reste der eingestochenen Ruten und Pfähle in der Aufschüttung der Ofenbank gefunden. Aufgrund der Beobachtungen bei der Zerlegung ist auch eine Rekonstruktion des Gerüstes möglich geworden. Im Mangel genauerer Daten können wir die Bauzeit des Backofens für den Anfang des 20. Jahrhunderts, eventuell fürs Ende des 19. Jahrhunderts schätzen. b) Sükösd (Komitat Bács-Kiskun) Der in Sükösd abgebaute Backofen mit Flechtwerkgerüst stand in der Vorderstube des Hauses eines Mittel-