Kecskés Péter (szerk.): Ház és ember, A Szabadtéri Néprajzi Múzeum Közleményei 3. (Szentendre, Szabadtéri Néprajzi Múzeum, 1985)

Vargha László (1904—1984) - SIMÁNYI FRIGYES: A pedagógus és oktató Vargha László

Frigyes Simányi: LÁSZLÓ VARGHA, PÄDAGOGE UND LEHRER László Vargha (1904—1984) hat fast ein Viertel Jahrhundert am Lehrstuhl für Architekturgeschichte der Budapester Technischen Universität ungarische Architekturgeschichte und Volksarchitektur unter­richtet. Es ist sein unvergänglicher Verdienst, daß er für die Architekturstudenten den Unterricht der ungarischen Volksarchitektur organisierte und dieses Unterrichtsfach in den Universitätsrang hob. Mit seinen Vorlesungen machte er Schule. Genera­tionen von Architekten impfte er mit der Achtung, Ehrung und Liebe für die Volksarchitektur und ihre Traditionen ein. Das Geheimnis seiner Wirkung, seines persönlichen Zaubers lag in seinen gewaltigen Wissen, seiner Fachkenntnis, in seiner bewundern­swerten Erinnerungsgabe und seiner menschlichen Haltung. Als Lehrer gab er sich nicht damit zufrieden, die Lehrfächer so gründlich wie möglich zu vermitteln, sondern er nahm auch sein Polyhistor-Wissen, alle Mittel seiner vielfältigen wissenschaftlichen und tech­nischen Bildung in Anspruch, um gut ausgerüstete, gebildete Architekten mit sicherem Geschmack zu erziehen. Deshalb erweiterte er das Material seiner Fächer stets um die Ergebnisse und die Vermittlung der Mitwissenschaften. Seine Kundigkeit und seine vollendete Informiertheit in den mit der ungarischen Baugeschichte und der Volksarchitektur eng zusam­menhängenden oder nur oberflächlich in Berührung stehenden nicht geringen Mitwissenschaften war ein­fach fesselnd. Die sich aus seiner Bildung ergebende Vielfalt und der Reichtum seiner Äußerungen machten seine Vorlesungen spannend und genußreich. László Varghas Wissen beruhte nicht allein auf der überlegenen Kenntnis der Fachliteratur seines Ge­bietes, sondern auch auf reichen persönlichen Erfah­rungen und Forschungen. Sein Leben bestand aus In- und Auslandreisen, Studienreisen, Geländefahrten, einer Vielzahl von Gebäudeermessungen, Tausenden von systematisierten Fotos, archäologischen Ausgra­bungen, Rekonstruktionsversuchen, archivarischer Forschung, museologischer Praxis, einer ausgedehnten Korrespondenz mit in- und ausländischen Experten sowie einer Reihe von Publikationen. Größer als sein Wissen war nur seine Bescheidenheit. Über seine eigenen Forschungsergebnisse sprach er immer wie ein Außenstehender, ohne sich zu erwähnen. Gleichzeitig machte er jedoch stets auf die erfolgreiche Tätigkeit seiner hochgeachteten Berufsgenossen oder Hörer aufmerksam. Im Rahmen der Ingenieursausbil­dung forderte er nicht selten seine Absolventen auf, einen Vortrag zu halten. Er verwirklichte eine von der allgemein akzeptierten Praxis abweichende, ungebun­denere, offenere und wirkungsvollere Form des Unter­richts. Frigyes Simányi: LÁSZLÓ VARGHA, THE TEACHER AND EDUCATOR László Vargha (1904-1984) taught the history of Hun­garian architecture and peasant architecture to students in the Architectural History Faculty of the Budapest University of Technology for close to a quarter of a century. He achieved undying merit in organizing the teaching of Hungarian peasant architecture and in raising this subject to true university level. He created a veritable school with his lectures. He was able to instil the respect and love of peasant architecture and its traditions in whole generations of architects. The secret of his influence and personal charm lay in his vast learning, his knowledge of the subject, his amazing memory and his human behaviour. As a teacher he was not content to present his subjects as thoroughly as possible to the students, but drew on his very extensive knowledge and all the aspects of his scientific and technical training to educate architects who were professionally well qualified, with good taste and a sound general education. He therefore linked his own special material with references to the archi­evements of related disciplines. His perfect knowledge of and familiarity with the considerable number of related disciplines linked directly or even only very loosely with Hungarian architectural history and

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