Déry Tibor: Különös árverés. Regények 1920–1942. Ein Fremder (Déry Archívum 4. Petőfi Irodalmi Múzeum és Kortárs Irodalmi Központ, Budapest, 1999)

Offiziere grüßte. Was soll er unter diesem kleinen Geliertberg anfangen? Er wird sich sehr einsam fühlen! Das Ufer der Donau ist sandig, in Sand sitzen fremde, große Vögel. Drinnen, im Heißen Abteil ist der alte Herr wieder eingeschlafen. Der junge Mann hat seinen Mantel vor die Nase der dicken Dame gehängt und wechselt in seinem Schatten süße Küsse mit Fräulein Cili. - Der Prophet kann uns sehen, denkt sich Cili, Propheten sind keine Männer! Der Jungling ist nüchterner, er ist der Meinung, Propheten seien blind. Dr. Szerb in der Einfalt seines guten Herzens, macht als ob er blind wäre. In Kelenföld hält der Zug eine Minute. Auf der Terrasse des Restaurants spielt Zigeunermusik. Gleich werden wir in Budapest sein, denkt Dr. Szerb oder ist dies schon Budapest, dieses scheunenartige Stationsgebäude ... die vielen Bauern mit den Milchkannen, die alle deutsch sprechen! Er könnte auch hier aussteigen, es ist ganz gleich, wo er aussteigt. Die dicke Dame steigt aus, ohne sich zu empfehlen, sie ist beleidigt, schon hört man ihre Stimme von Bahnkörper heraufschallen. Malvin! Malvin! ruft sie gellend, drückt ein mageres, blatternarbiges Mädchen auf die eine, einen bebrillen, noch magereren Herrn auf die andere Brust, indes sie mit den freigebliebenen, emsigen Fingern einem ziegenartig hüpfenden Phänomen die abstehenden Ohren und den krausgelockten Kopf streichelt. Dr. Szerb betrachtet sie neidisch. Sie ist zu Hause, denkt er sich. Im letzten Moment zwischen Kelenföld und Südbahnhof nickt er ein. Seit dreißig Stunden hat er kein Auge geschlossen, der Schlaf übermannt ihn. Doch ist es auch möglich, daß er aus purer Schlauheit einschläft, um von den Reisegenossen nicht Abschied nehmen zu müssen, um allein, als letzter aussteigen zu können. Cüi tippt ihm zwar mit dem weißen Zeigefinger auf die Schulter und bricht in lautes Gelächter aus, aber Dr. Szerb will nicht aufwachen. Der Wagenputzer weckt ihn aus dem tiefen Schlaf. Er geht zum Fenster und schaut auf den Perron hinaus, der sich schon rasch leert. Er sieht keinen Bekannten. Er hebt die fettige Reisetasche, die voller Manuskripte ist, aus dem Netz und hüpft die Stufen herab. Nach einigem Nachdenken gibt er die Tasche in die Aufbewahrung. Als er wieder auf den Perron hinaustritt, ist keine Seele mehr zu erblicken, die Lokomotive fährt soeben dampfend zur Glashalle hianus, der Bahnhof ist verlassen wie ein Nachtiokal an einem heißen Sommertag. Dr. Szerb schlendert noch einige Zeit neben den Schienen einher, er blickt der Lokomotive nach, vielleicht überlegt er sich, ob er nicht gleich wieder einsteigen könnte. Hinter der Sperre warten noch einige Menschen, er besichtigt sie sich, doch kein bekanntes Gesicht ist unter ihnen zu finden. Auf der Straße brennt die Sonne. - Az Est, Új Nemzedék, Az Est - gellt die Stimme eines ZeitungsVerkäufers. - Új Nemzdék gefällig - fragt der Junge. - Ich

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