Déry Tibor: Különös árverés. Regények 1920–1942. Ein Fremder (Déry Archívum 4. Petőfi Irodalmi Múzeum és Kortárs Irodalmi Központ, Budapest, 1999)
habe beobachtet, teilt er vertraulich Dr. Szerb mit, daß die blonden Herren alle Új Nemzedék kaufen, die schwarzen Az Est, jawohl, mein Herr! Aber Dr. Szerb versteht das noch nicht. Er springt auf irgendeine Elektrische. 2. Eine Wolke über dem Rosenhügel Ludwig Borbolya, einst der beste Freund Dr. Szerbs, begegnete diesem noch am selben Nachmittag. Es war einige Minuten vor Fünf, als er auf dem Széna tér, im Café Gebauer, eben aus der Telephonzelle trat und einen Augenblick stehen blieb, um die Telephongebühr aus der Westentasche zu klauben. Sein Blick begegnete dabei einem unwahrscheinlichen Schauspiel: seinem Zeitungslesenden Freunde, Dr. Szerb, von dem er zuletzt vor neun Jahren am Ostbahnhof Abschied genommen hatte. Dr. Szerb las die Zeitung, indes er, ohne die Augen von der Lektüre abzuwenden, mit sicherer Hand den Löffel voll Kaffee seinem Mund zusteuerte. Borbolya hätte ihn vielleicht überhaupt nicht erkannt, wäre ihm mcht die Handbewegung aufgefallen, mit der der kaffeetrinkende Herr die Zeitung knapp vor die kurzsichtigen Augen hob doch diese Geste, die er jahrelang, Tag für Tag beobachten konnte, kam ihm dermaßen bekannt vor, daß sein Gedächtnis plötzlich zu klirren anfing, wie ein S toll werkautomat, wenn das Geldstück hineinfäUt. Borbolya, der etwas pedantisch ist und Überraschungen nicht liebt, hebt abwehrend die Hand. Der Atem stockt ihm vor Überraschung. - Georg, sagt er mit erstickter Stimme, bist du es? Szerb wendet ihm den Kopf zu. Eine Zeiüang betrachtet er seinen Freund (vielleicht überlegt er sich, wer der beleibte, glatzköpfige Herr sei), dann legt er die Zeitung nieder und lächelt liebenswürdig, wie ein Säugling, dem man unter das Kinn greift. - Alter Freund! - sagt er. Borbolya kann sich noch immer nicht erholen. - Bist du es, Georg, Georg! - ruft er. - Wie kommst du in das Kaffehaus? Wie lange bist du schon in Pest? Warum hast du mich nicht verständigt? Schon fängt er mit Vorwürfen an, denkt Szerb. Er ist nicht ganz sicher, ob ihm die Liebe, die aus dieser pedantischen Art spricht, noch munden wird? Er lächelt wie um Verzeihung bittend. - Nein, die Freude, Georg ... Borbolya hat endlich die Besinnung zurückerfangt. Stürmisch umarmt er seinen Freund, küßt ihn. Als aber sein Mund die bartharten Wangen berührt,