Déry Tibor: Különös árverés. Regények 1920–1942. Ein Fremder (Déry Archívum 4. Petőfi Irodalmi Múzeum és Kortárs Irodalmi Központ, Budapest, 1999)
schneeweißen Bluse, die die lange Eisenbahnfahrt nicht im geringsten mitgenommen hat, will den Fremden beschämen. - Woher wissen sie das alles? - fragt sie streng. - Sind sie Hellseher oder Prophet? Dr. Szerb richtet den ernsten Blick auf Cili. Er antwortet nicht sofort, er antwortet lange nicht, er schaut Cili an; ein Ehegatte mit einigermaßen empfindlichen Nerven würde für diesen Blick, so sanft er auch scheint, sofortige Genugtuung fordern. Dr. Szerb schaut, dann wendet er den Kopf und antwortet der dicken Dame, die ihn nichts gefragt hat. - Ich träumte es - sagt er mit einer Stimme, als ob er lügen wärde, als ob er vorher die Wahrheit gesagt hätte und diese jetzt nur deshalb widerrufen würde, um der Frage die Spitze zu nehmen, um die peinliche Lage, die unerträgliche Hitze zu mildern, um die Verwunderung zu meistern, daß er sich zum Sprechen entschlossen hat und jetzt ohne aufzuhören schnattert. - Ich träumte es, wiederholt er. Ein fahler Fuchs ist vor den Wagen gespannt, ein mageres, armseliges Pferdchen, mit scharfen, hervorstehenden Rippen. Der alte Bauer hat ein Gesicht voll Mitesser, über dem rechten Auge trägt er eine schwarze Binde ... Das heißt, er hat sie getragen, er ist doch schon gestorben! Nach diesen Worten entsteht große Stille. Im Abteil nebenan hört man lachen. Cili fühlt sich ganz wundersam; die unwahrscheinliche Hitze, der Schlaf, der alle ihre Glieder übermannt der bunt schillernde Unsinn, den sie geträumt und gehört hat, verwirrt sie. Sie hat ein Gefühl, als wäre sie einer Ohnmacht nahe. Manchmal erwachen die Märchen zum Leben, die Welt stellt sich auf den Kopf. Draußen zittert die Luft diamantenklar über den Halmen der Wiese. Cili meint, wenn sie die Arme ausbreiten würde, könnte sie zum Fenster hinausschweben wie ein Vogel. - Sie haben es geträumt? - fragt die dicke Dame, ihre Stimme krächzt vor Empörung. - Sie haben doch gar nicht geschlafen ... Sie haben die ganze Zeit in der Nase gebohrt ... Lassen wir über die nächsten Augenblicke einen dichten Schleier fallen und begnügen wir uns mit der Erwähnung, daß Dr. Szerb plötzlich tief errötete und seine Hände in die Hosentaschen vergrub. Doch auch dies änderte wenig an seiner mißgünstigen Lage. Der Zug setzte sich noch immer nicht in Bewegung. Jemand ging mit raschen Schritten den Gang entlang, ein breiter Rücken drückte sich an die Glastür, dann verhallten die Schritte in der Ferne, man hörte, wie jemand die Waggontüre öffnete und im nächsten Augenblick heftig zuschlug. - Ich laufe nach vom und sehe, was los ist - sagte der junge Mann, stand mit einer raschen Bewegung auf und schwang sich aus der dampfenden Trägheit des Abteüs, wie ein Schmetterling, der einen Misthaufen verläßt. Im