Déry Tibor: Kék üvegfigurák. Elbeszélések 1920–1929. Versek 1916–1937 (Déry Archívum 2. Magyar Irodalmi Múzeum, Budapest, 1998)
Erzählungen
Aber der Vogel nahm die Fotografie in den Schnabel und flog weiter. Laut jammernd folgten ihm auf der Landstrasse die Männer, die ihre Frauen verlassen hatten und wie die Hunde mit magerem Leibe litten. An der Spitze rannte der Fotograf und bellte vor Schmerz. Bienchen flogen summend über ihren Köpfen und liessen süssen Honig auf die müden Füsse fallen. Am Rande der Landstrasse barst ein Baumstamm entzwei, schleuderte Laternen aus seinem Inneren und beleuchtete die Nacht. Der rote Mond lag auf dem Himmel wie ein trächtiges Tier und murmelte drohend. Er trank eine Wolke aus und die Roggensaat am Fusse der Berge trocknete ein. Der Fotograf begegnete einem alten Kaufmann, der aus dem Auto ausstieg, die Füsse des Fotografen küsste und ihn folgendermassen ansprach: Von deiner Stirne strahlen Radiumsterne und du bist stark wie ein Büffel. Ich werde dich in meinem Garten mit Milch und in Fett gebackenem Teig speisen, erwärme mir mein Alter! Der Fotograf wurde in weisse Seide gekleidet. Doch die Trauben im Geschirr trockneten ein und der gebackene Teig fing Feuer in der Sonne. Im Garten lag er, ganz mager schon, nachts beobachtete er die Männer, die singend vor dem Zaun vorbeizogen und den Vogel suchten. Die Frau des Kaufmannes verjagte sie mit ihrem Besen. Sie gebar zwei gesunde Söhne, tanzte glücklich im Schlafzimmer und der Stern des traurigen Fotografen leuchtete. - Ich bin gesund geworden sagte der Kaufmann seiner Gattin. - Und ich habe dir zwei Söhne geboren sagte die Frau. Über ihrem Handgelenk schnitt sie sich die Ader durch, mischte Blut in die Speisen, aber der Fotograf hörte eines Nachts die Stimme des Vogels, grub sich mit den Nägeln ein Loch in den Zaun und entfloh. - Bleib stehen! - schrie er. Er kroch auf die Spitze des Kirchturms und bewarf den Vogel im Mondschein mit Kieselsteinen. Der Vogel sagte: - Du wirst mich nie einholen! Der Fotograf flog auf einen anderen Turm, riss das Kreuz herunter und warf es auf den Vogel. Dieser sagte: - Bleib auf der Erde und heile die Kranken! - Einen Monat lang regnete es. Die Menschen richteten vor die Städte hohe Mauern aus Aluminium, stülpten Drahtglocken über die Gassen und Tag und Nacht brannte das elektrische Licht. Aber es blieb immer finster. Als der Fotograf in die Stadt kam, fingen die Menschen an zu schreien. Die Männer sagten: - Wir sehen unsere Frauen. Die Frauen sagten: - Wir sehen unsere Kinder. Alle zusammen schrieen. - Der Sturm hat sich gelegt ... wir sind nicht erblindet! Aber kaum hatte der Fotograf die Stadt verlassen, da wurde es wieder finster. Die Menschen liefen ihm nach, erreichten ihn vor dem Tor, brachten