Arany János - Győrei Zsolt (szerk.): Der ruf der Nachtigall (Budapest, 2019)

II - „...ein morscher, faulender Baum...” - Ich lege die Laute nieder

Wir glaubten auf unseren Gräbern Die glänzenden Namen zu sehn: Weil wir von Volk und Heimat träumten, Ewig als Helden da zu stehn. Wir glaubten an das Lorbeerblatt, Das wir verdienen ... Doch vergeblich! Wo bist du hin, mein grünes Blatt, Die Jugend meiner Seele! Mein verwaister Vers ... Was wird aus dir? Du Seele der toten Lieder, Wie ein Gespenst steigst du aus dem Grab, Bist du hier, bewegst dich wieder ... ? Das Wort, das in die Wüste schallt? ... Ein Leichentuch, mit Blumen bestickt ... ? Wo bist du hin, mein grünes Blatt, Du Jugend meiner Seele! Schwer, doch ich lege die Laute hin. Keiner mehr, der mein Lied vermisst. Wen kann die Blüte noch begeistern, Wenn der Stamm längst vertrocknet ist: Ist der Baum im Kern gestorben, Dann blüht er noch einen Augenblick, Ich fühle, du bist verloren, Mein geliebtes Jugendglück. 24 25

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