Kerényi Ferenc - Kováts Imre (szerk.): „Tanuljátok meg, mi a költő…” (Gyula, 2001)

„So lernet denn, was ist der Dichter..."

iJo* /atmet elenei, axes iát c/ew ////icÁtew... tt Petőfi Sándor Gedenkausstellung im Literaturmuseum Petőfi Das Literaturmuseum Petőfi befindet sich in der Innenstadt von Budapest, im Barockstil errichteten, und im ausgehenden 19. Jahrhun­dert im klassizistischen Stil umgebauten Palais Károlyi. Es trägt den Namen des ungarischen Dichters Sándor Petőfi (1823-1849), der in seiner Heimat auch heute als die Synonyme „des Dichters”, als der erste Delegierte der ungarischen Literatur in der klassischen Weltliteratur im Goetheschen Sinne gilt. Sándor Petőfi — wie er selbst in seiner Laufbahn zur deutschsprachigen Heraus­gabe seiner Werke formulierte - stammte von armen Eltern, sein Vater war Metzger. Sein Heimatsort Kiskőrös ist eine kleine Stadt in der Mitte der ungarischen Tiefebene. Für ihn stellte in der Kindheil diese Landschaft, die ungarische Steppe, die „Pußta” das bestim­mende Erlebnis dar: sie erweckte in ihm das Lebensgefühl für Freiheit, Unabhängigkeit und Unbegrenzheit. Im ertsen Ausstel­lungsraum, dessen weiße Wände die Atmos­phäre der dortigen Bauernhäuser und Höfe heraufbeschwören, kann man sich mit den Versuchen der Selbstverwirklichung einer romantischen Persönlichkeit bekannt machen, mit der mißlungenen Militärlaufbahn und mit den Erinnerungsstücken des Schauspielens. Inzwischen schrieb er seine Gedichte, die im Jahre 1844 eine wahre lyrische Revolution hervorriefen: die in Rythmen der ungari­schen Volkslieder geschriebenen, für jeder­mann verständlichen Gedichte, die beinahe gleich zum Anteil der Folklore geworden sind, brachen das Monopol der feudalen Kul­tur, und kündigten das gleiche in der Politik an. Da sich sämtliche retrograden Kräfte der Politik und Kultur gegen ihn wandten, erlebte auch Petőfi im Jahre 1845-46 die byronische weit- und menschenfeindliche Epoche der Romantiker. Im zweiten Ausstellungsraum erscheint die gesellschaftliche und topographische Umwelt, in welcher Petőfi nach 1846 eindeutig zur Führergestalt der ungarischen Literatur geworden ist. Petőfi hat am 24. Geburtstag die Handschrift seiner sämtlichen bis dahin geschriebenen Gedichte abgeschlossen. Der Band hatte einen nie gesehenen Erfolg. Im zweiten Viertel des 19. Jahrhunderts, in der Vormärz, kamen die kulturellen Institutionen des bürgerlichen Ungarn, die Ungarische Akademie der Wissenschaften, das National Theater, zustande. Es war die Blütezeit der Zeitschriften-Literatur, die eine Menge von li­terarischen Werken in Vers und Prosa ver­langte. All das spielte in Budapest an der Donau ab, das — 1848 das erste Mal aus drei selbständigen Städten vereinigt — die sich am schnellsten entwickelnde Stadt Europas im 19. Jahrhundert wurde. An die Stelle des Li­teraten, der in seinem Schloß auf dem Lande zum Vergnügen schrieb, trat — um den neuen Ansprüchen der Leser gerecht zu werden — der moderne Schriftsteller und Publizist, der sein Brot durch seine Feder verdiente. Unter ihnen scharten sich die Jugendlichen um Petőfi herum, der als erster ausschließlich von seinen Gedichten lebte. Sie organisierten sich auf­grund des Beispiels der Giovine Italia und des Jungen Deutschland, und setzten sich - nach­dem sie die Geschichte der französischen Re­volutionen studiert hatten — bald die grundle­gende Umwälzung Ungarns zum Ziel, sogar meti 32

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