Kerényi Ferenc - Kováts Imre (szerk.): „Tanuljátok meg, mi a költő…” (Gyula, 2001)

„So lernet denn, was ist der Dichter..."

mit revolutionären Methoden. Man kann ihre Gesichtszüge sehen, ihre Werke kennenlernen, und ihren Lieblingstreffpunkt, das Café Pil­vax betreten. Auch Petöfis Heirat war eine Aufruhr gegen die Konventionen: er heiratete aus Liebe, nachdem er ein ganzes Jahr lang für seine Liebe gekämpft hatte. Seine lyrische Revolution breitete sich auch auf die Fami­liendichtung aus. Ihm sind die schönsten Gedichte über die Ehe zu verdanken. Man kann in ihre mit kleinbürgerlichen Möbeln eingerichteten Wohnung, die das Ergebnis seines dichterischen Schaffens ist, hinein­schauen. An den Wänden hängen die Porträts der Persönlichkeiten der großen französichen Revolution, die den Dichter an die bevorste­henden sozialen Aufgaben erinnern. Das Zentralthema der großen Visions­gedichte Petöfis war der Weltfreiheitskampf, nach dessen mit notwendigen Opfern ein­hergehendem Sieg die Menscheit die Verwirk­lichung des „allgemeinen Glücks” in Angriff nehmen könnte. Am 15 März 1848 brach auch in Ungarn die Revolution aus. Petöfis Tag ist gekommen: sein Nationallied (Nemzeti dal) wurde die Hymne der Revolution. Der dritte Raum beginnt mit der Präsenta­tion der ungarischen bürgerlichen Revolu­tion, und stellt auch dar, daß der konsequente Republikanismus Petöfis in seinem Volk, das seit 850 Jahren in einem Königreich lebte, kein Verständnis fand. Die ungarische Revo­lution stand in Europa am längsten in Waffen. Sie konnte nur durch die vereinigten Kräfte der beiden kontinentalen Großmächte, des österreichischen Kaisers und des russischen Zaren niedergerungen werden. Petőfi setzte seine Gedichte in die Tat um: er diente während des Freiheitskampfes als Offizier, zunächst als Hauptmannes und dann als Ma­jor, woran uns seine militärischen Dokumente und Schwerte erinnen. Er erlebte die Kapitu­lation bei Világos nicht mehr: am 31 Juli 1849 ist er nach der verlorenen Schlacht bei Segesvâr/Schăllburg/Sigişhoara während der Flucht für immer verschwunden. Ein Gemälde über ihn und seine während des Krieges benutzten Gegenstände sind das Andenken der letzten Station eines Lebens. Das ungarische Volk wartete noch Jahre lang auf das märchenhafte Wunder: auf die Rückkehr seines geliebten Dichters. Wenn Sie an unserer Gedenkausstellung Gefallen gefunden haben, nehmen Sie bitte die Gedichte Petöfis in Ihrer Muttersprache zu Hause in die Hand. Sie sind in den größten Bibliotheken gewiß zugänglich. Petöfis Werke sind in mehr als 50 Sprachen, unter anderem in allen Weltsprachen, übersetzt worden. Für Ihr Interesse danken die Veranstalter und Organisatoren der Ausstellung. 5SSSÍ 33<sm

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