Török Dalma (szerk.): „Nekünk ma Berlin a Párizsunk”. Magyar írók Berlin-élménye, 1900-1933 (Budapest, 2007)
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Nebel des Vergessens versinken. Erst Jahre später stellte sich heraus, dass Moissi diese Kränkung lange Zeit in sich trug: „Moissi wurde mir im Laufe der Zeit ein sehr guter Freund - schrieb Oszkár Beregi. - Beide vertieften wir uns in die deutschen Sprache, gingen in Bibliotheken, ins Museum, wir saßen oft zusammen im Kellerrestaurant des Deutschen Theater, sprachen über vielerlei, von der Kindheit bis hin zur Konzeption einer Figur. Nur von einem war nie die Rede. Von jener Kritik sprachen wir nie, in der das Berliner Tageblatt den Romeo Moissis jenem Beregis gegenüberstellte.“ Es geschah einmal, dass Beregi Moissi nach der Probe von Die Räuber zu sich einlud, da er wusste, dass seine Hauswirtin den in der Nacht heimkehrenden Künstler mit einem Abendessen erwarten würde: „Wir setzten uns in die Straßenbahn. Als wir zu Hause ankamen, gingen wir in die Küche, und ich nahm aus der »Kochkiste« die dienstägliche Äußerung der zarten Zuneigung Tante Weisshaupts hervor: einen großen Topf dampfenden Apfelreis. Ich stellte ihn auf den Küchentisch. Zwei Teller, zwei Löffel, und wir setzten uns. Xandl aß und aß, und dabei erzählte er beinahe entschuldigend, dass er sehr viel essen müsse, da ein Lungenkranker gute Ernährung brauche. Der Apfelreis verschwand aus dem Topf, und als er seinen Mund mit der Serviette abwischte, brach es auf einmal aus ihm hervor: - Du, Oszkár, du hattest sehr großen Erfolg mit dem Romeo, aber ich bitte dich sehr, glaube nicht, dass ich ein schlechter Schauspieler bin! - Mir blieb der Reis im Halse stecken, so sehr überraschte mich, wie lange er dies in sich getragen hatte. Zugleich berührte mich jene Bescheidenheit, mit der er es sagte.“5 Die Budapester Presse berichtete - in Anlehnung an die Kritiken der deutschen Zeitschriften - über den unglaublichen Erfolg Beregis. Seine Auftritte wurden als sensationell bezeichnet, man würdigte seine natürliche, warme Sprache, sein überschwängliches Temperament, sein lebendiges Spiel. Hervorgehoben wurden auch seine physischen Gegebenheiten: seine Größe, die schlanke Figur, die gewinnende Erscheinung, das kraftvolle Organ, seine ehrliche und echte Leidenschaft. Merkwürdig ist, dass die Möglichkeit einer deutschen Karriere den ungarischen Schauspieler doch nicht befriedigte. Gegen Ende seines Lebens fasste er seine Jahre in Berlin in einer Aufzeichnung folgendermaßen zusammen: „Ich spielte unzählige Haupt- und Titelrollen an Berliner Theatern und auf vielen anderen Bühnen in Deutschland. Es gab Kritiker, die schrieben, »Beregi ist zu einem der am schönsten sprechenden Schauspieler des deutschen Theaters herangereift«. Der Generalsekretär der Goethe- Gesellschaft schrieb in der Zeitschrift der Gesellschaft, »dieser Schauspieler aus Ungarn hat im Faust neue Möglichkeiten aufgezeigt, an die wir bislang noch gar nicht gedacht haben!« Und doch konnten mich meine Auftritte auf den deutschen Bühnen nicht vollkommen befriedigen. Ich kenne alle Geheimnisse meiner Muttersprache, ihre Geburt, Entwicklung, Perfektion, in jener Sprache bin ich aufgewachsen, in jener Sprache habe ich gelebt, und jene Muttersprache lebte in mir. Das deutsche »Der-die-das« 222