Török Dalma (szerk.): „Nekünk ma Berlin a Párizsunk”. Magyar írók Berlin-élménye, 1900-1933 (Budapest, 2007)

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habe ich gut gelernt, nur habe ich es nicht gespürt. Ich habe es gemocht, das will ich nicht leugnen, ich befand es für schön, doch war es nie meine Liebe, meine einzige geliebte Muttersprache." In der ungarischen Theatergeschichte heißt es, Imre Tóth habe Kálmán Csathó damit beauftragt, Beregi darum zu bitten, aus Berlin heimzukehren, da man ihn am Nationaltheater bräuchte. Csathó erinnert sich an die Tage in Berlin: „In den Kammerspielen (...) sah ich ihn in einer ausgezeichneten Vorstellung, in Clavigo von Goethe, in der Rolle von Beaumarchais. Ich will hier die damals von dort für Az Újság geschriebenen diesbezüglichen Zeilen meines Theaterbriefes zitieren: Beregi, der von lodernder, aufflammender Leidenschaft, von mörderischen Rachegelüsten getriebene Bruder, der sich beherrschen will. Und dies spielt er ausgezeichnet, man sieht ihm an, wie schwer er sich auch in Wirklichkeit beherrschen kann. Das Temperament will aus ihm hervorbrechen, doch spürt er die durch zahlreiche Proben gewohnte Hand des gestrengen Regisseurs dort auf seiner Schulter. Und dies gelangt in das Spiel und passt zur Rolle. Beregi - ich erinnere mich - war mit der Kritik ein wenig unzufrieden. Er sagte: - Na, so ist das nicht ganz! Aber ich erinnere mich auch jetzt so an ihn (...). Die Nachricht von Imre Tóth teilte ich ihm natürlich mit, aber er griff nicht derart begeistert zu, wie ich erhofft hatte. Er wurde ernst, dachte einige Augenblicke nach und antwortete dann: - Die Frage ist, ob mich Reinhardt gehen lässt.“6 Schließlich ließ Reinhardt ihn mit den Worten gehen, seine Theater stünden ihm immer offen... Oszkár Beregi war 1919 nach dem Scheitern der Räterepublik gezwungen, aus Ungarn zu fliehen. Lange Zeit irrte er im Ausland umher. Er spielte in Wien und in den Vereinigten Staaten. Zweimal trat er 1928 auch in Reinhardts Theater, dem Wiener Theater in der Josefstadt, auf. Sehr viel interessanter war jedoch sein letzter Ausflug nach Berlin. Der Regisseur Fritz Lang hatte ihn mit der Hauptrolle in seinem Film Das Testament des Dr. Mabuse bedacht. Zu den Dreharbeiten kam es nach der Machtübernahme durch die Nationalsozialisten. Oszkár Beregi verließ die deutsche Hauptstadt jedoch unversehrt, seine Gage brachte er in deut­scher Reichsmark nach Hause. Bis zum Ende seines Lebens beschäftigte Oszkár Beregi die Frage, ob ein Schauspieler wohl seine Muttersprache wechseln und auf einer fremden Bühne erfolgreich sein könne. Sein Dilemma teilte er auch Lili Darvas mit, die ihm antwortete: „Ich habe Deinen Brief, der mich sehr berührt hat, immer wieder gelesen. Deine Integrität als Künstler, Dein Idealismus sind bewunderns­wert. Und auch Deine emotionale Jugend, dass Dich derlei Probleme interessieren! Ich habe über Deine Frage nachgedacht. Meine Antwort ist ganz ehrlich: Ja. Ich habe mich künstlerisch in einer »fremden« Sprache ausgelebt. Eines möchte ich allerdings betonen. Ich habe insgesamt fünf Jahre auf ungarischen Bühnen gespielt, auf deutschen Bühnen dreizehn, und auf englisch arbeite ich hier bereits das zwanzigste Jahr. Vielleicht ist dies die Erklärung. - Natürlich arbeite ich hier vor allem für das Fernsehen, und 223

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