Török Dalma (szerk.): „Nekünk ma Berlin a Párizsunk”. Magyar írók Berlin-élménye, 1900-1933 (Budapest, 2007)
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STUDIEN BÉLA BACSÓ: ÜBER EINE KÜNSTLERISCH ARCHIVIERTE STADT Das Berlin der zwanziger Jahre, das vernichtet ist oder das es vielleicht auch niemals gab, ist der nahezu mythisch erhöhte Ort moderner Kunst und städtischer Kultur. An diesen Topos knüpfen die Bilder von Grosz oder Dix an, auf denen sich die Lebendigkeit und Brutalität des städtischen Seins, sein vielfältiger und karger Charakter zeigen. Bereits 1929 sprach Rudolf Kayser - der Theoretiker der Expressionisten und Redakteur der Neuen Rundschau - im Zusammenhang mit Döblins Roman Berlin Alexanderplatz (I 929) vom Mythos der Stadt. Dieser Mythos der Stadt ist allerdings nicht nur im Roman erhalten geblieben1, sondern auch im Film2 und in Form eines Hörspiels3. In einer alles mit sich reißenden und verschlingenden apokalyptischen Vision verschmilzt die Stadt hier ihre Bewohner und Gegenstände, wie das Filmplakat aus jener Zeit zeigt, erhebt sich Biberkopf als Monstrum über der Stadt, denn er ist gänzlich dieser Stadt entwachsen. Das städtische Dasein vermitteln jene Berührungsformen der Oberfläche und der Oberflächlichkeit, die Döblin mit einem derart abwechslungsreichen schriftstellerischen Instrumentarium wiedergegeben hat; mit filmartigen Montagetechniken, Dokumenten, Schilderungen in der Art einer Reportage sowie inneren Monologen zeigte er die Fragilität der Berührung und die erschreckende zerstörerische Einsamkeit der Seele in der Metropole. Mit Recht verwendet er zur Charakterisierung des neuen epischen Gestaltens - in seinem Essay zur theoretischen Klärung des Romans - die Bezeichnung Berichterstattung4. Grund dafür ist unter anderem die Behandlung des Niedergeschriebenen als Tatsache, was die Berichterstattung als Form bekräftigt, hinter jeder „Tatsache“ aber taucht die innere Isoliertheit und Unvermittelbarkeit auf. Lajos Kassák deutete mit der Vorstellung des Films Berlin. Die Symphonie der Großstadt von Walter Ruttmann auf die spezielle Funktionsweise dieses städtischen Lebens hin: Er erkennt jenen unüberbrückbaren Gegensatz, der zwischen der psychischen Seelenlosigkeit des Menschen und der Seelenlosigkeit der funktionierenden technischen/maschinellen Welt besteht. „Die Fabriken verschlingen die Arbeiter, und aus den Remisen kriechen wie riesige Tiere sauber und glänzend die elektrischen Konstruktionen hervor, um auseinander zu laufen, um das zur Arbeit gezwungene Leben einzusammeln, um die Einfältigen und Ermüdeten zu überfahren, um uns zu befehlen und uns zu dienen und im Sonnenschein zu strahlen. Sie lebt, wimmelt und pulsiert schon, die Stadt, die Fäden des Lebens verweben sich von überallher, hier sind wir im Zentrum und sehen wie unter einem Mikroskop all das, was um uns herum geschieht.“5 Kracauer fragt im Zusammenhang mit diesem Film verblüfft - Ist das Berlin?; ein vorab geschaffenes 1 7 1