Török Dalma (szerk.): „Nekünk ma Berlin a Párizsunk”. Magyar írók Berlin-élménye, 1900-1933 (Budapest, 2007)
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Nähe. In Wien war Tihanyi mein teurer, guter Mann. Ich war viel mit ihm zusammen und habe ihn wirklich und tief lieben gelernt. Du hast geschrieben, du willst brechen mit dem bisherigen verdammten usw. Ich glaube, das zentrale Problem ist, ein anderer Mensch zu sein als die Bisherigen. Auch der Ausdruck wird dadurch ein anderer. Van Gogh, Kokoschka, Picasso (bei uns Tihanyi) z. B. sind eigene Systeme (Wahnsinnige), aber wer kann sagen, dass ihr Wahnsinn ein schlechterer Wahnsinn (schlechteres System) ist als unser kollektiver Wahnsinn (unser System). Diese können nur Reize geben, aufregen, mit übersteigerten anderen Nervenenden, aber so wie z. B. Cézanne wirken sie nicht. Denkst du, man kann Cézanne verwerfen? Oder muss man es? Oder lohnt es sich? Die Ergebnisse der Kubisten, der Futuristen (das alles Wegwerfen war das in Wirklichkeit auch nicht) sind jetzt in den Händen der Epigonen zu verzweifelter Ohnmacht verkommen. Bei der neusten Ausstellung des Sturm hat ein Mann namens Kurt Schwitters aus Zeitungsartikeln und Eisenbahnscheinen, Fellen und Reifen Bilder gemacht. Wozu? Sind das malerische Probleme? Zudem ist das auch gar nicht neu. Vor 10-12 Jahren gab es bei der Ausstellung des Salon des Indépendants zuhauf solche. Das ist in Wirklichkeit das vollkommene Abrutschen und kein Neuanfang. Ja, das spüre ich auch, dass ich anders geworden bin als die Bisherigen... (...) Einige arbeiten für die Sache, und die (die Wiener Ungarn) machen aus ihrer Arbeit, aus sich ein Heiligtum und ein Tabu (...). Ich denke, hier wird es ihm (Tihanyi) auch gut gehen, denn außer Kokokschka, der schon ein Idol ist, haben die Deutschen keinen einzigen ordentlichen Maler. Und der Expressionismus, der indessen eine Frage der Technik und des Rezeptes ist, beginnt jetzt wirklich zu wirken, wo er gescheitert ist (...). Die bildende Kunst ist auch hier eine Cliquenwirtschaft. Herwarth Waiden ist Millionär geworden, er besitzt eine pompöse Bildersammlung - er hat sie umsonst bekommen - und dazu fürstliche Allüren. Man kann nur mit ihm sprechen, wenn man sich bei seinem Sekretär anmeldet, bei der Betrachtung seiner Bildersammlung wird dein Name laut - lakaienhaft - angesagt und so weiter, und so fort, wie es in einer dadaistischen Zeitschrift heißt: Sein geschäftliches Genie ziert und bereichert er mit gestohlenen geistigen Lumpen, und die Kunst ist für ihn nur eine Maske zum Geldbeschaffen. Nachdem er sich Geld beschafft hatte, trennte er sich (materiell) vom Sturm, und der Sturm zahlt nicht einmal so wie bisher. Die Ausstellungen sind schwächer geworden. I Ady, Endre (1877-1919): Dichter, Publizist, eine der Leitfiguren der Gruppe von Schriftsteller und Dichtern um die Zeitschrift Nyugat und des ungarischen literarischen Erneuerungsprozesses zu Beginn des 20. Jahrhunderts. Die Lyrik Adys im deutschen Sprachraum zu verbreiten, hielt Lajos Hatvány für besonders wichtig, doch aufgrund seiner lyrischen Welt von ganz eigener Symbolik (die sich an vielen Punkten eng an die zeitgenössische Realität knüpfte) waren seine Anstrengungen dahingehend nicht von Erfolg gekennzeichnet. Übersetzung der literarischen Texte von Éva Zádor (mit Ausnahme von: doch blieb er ein Fremder, übertragen von Mirza von Schüching) 1 70