Török Dalma (szerk.): Mantel der Traume. Ungarische Schriftsteller erleben Wien, 1873-1936 (Budapest, 2011)
Die stadt als artefactum - Csilla E. Csorba: Vom palais Károlyi bis zum Palais Lobkowitz
VOM PALAIS KÁROLYI BIS ZUM PALAIS LOBKOWITZ MANTEL DER TRÄUME UNGARISCHE SCHRIFTSTELLER ERLEBEN WIEN, 18 7 3-19 3 6 EINLEITUNG Die Aussteliungsreihe „Schriftsteller mit Reisegepäck“ wurde 2004 vom Literaturmuseum Petőfi initiiert und forscht nach Beziehungen zwischen europäischen Großstädten und dorthin reisenden ungarischen Schriftstellern, sie will zeigen, wie ungarische Künstler Paris, Berlin und Wien erlebt haben, Die kulturellen Metropolen, Paris, Berlin und Wien inspirierten die ungarischen Künstler mit ihren Anziehungskräften auf ganz unterschiedliche Weise, das gilt bis in unsere Tage. Aber dennoch gibt es bislang nur wenig Untersuchungen und Ausstellungen, die den Einfluss dieser Städte auf die ungarische literarische Kultur in ihrer Wechselwirkung darlegen, das Entstehen einzelner Werke am Ort verfolgen oder die Entwicklung von Lebenswegen unter diesem urbanen Gesichtspunkt präsentieren. Auf den Gebieten der bildenden Kunst und Architektur sind solche Untersuchungen durchaus üblich, hier werden Anknüpfungspunkte und Strömungen international gesucht und aufgedeckt. Die Ausstellungen Paris lässt nicht los (2004) und Unser Paris ist heute Berlin (2007) erlaubten mit ihren Quellen, Dokumenten und poetisch-literarischen Spuren einen Ausblick auf die Erfahrungen in der Fremde, auf die existenziellen und geistigen Einflüsse der äußeren Welt wie auch eine Wendung ins Innere der persönlichen Lebensgeschichten, der Identitätssuche in der Welt der Fremdheit durch sprachliche Selbstfindung als Schriftsteller. Das aus Erinnerungen der Wirklichkeit und Fantasie (re)konstruierte spezielle „literarische Stadtbild“ ist eine Zusammenstellung aus der Zeit der ungarischen Verbürgerlichung, der Entfaltung der Modernisierungstendenzen in der ungarischen Literatur bis zum gewaltsamen Ende dieser Entwicklungen, also von den 1890er Jahren bis zum Ende der I 930er Jahre, und basiert auf den Werken der Schriftsteller, die in dieser Zeit lebten und wirkten. 2010 rückte dann das „Wien-Erlebnis“ in den 61