Schultheisz Emil: Traditio Renovata. Tanulmányok a középkor és a reneszánsz orvostudományáról / Orvostörténeti Közlemények – Supplementum 21. (Budapest, 1997)

7. Beitrag zur Pestliteratur des Spätmittelalters

BEITRAG ZUR PESTLITERATUR DES SPÄTMITTELALTERS* Die Bedeutung der Person und der Werke des Albicus (Siegmund Albich 1360—1427) Doktor der Medizin und beider Rechte, Erzbischoff zu Prag, Leibarzt des böhmischen Königs Ven­zeslaus, später Arzt am Hofe des deutsch —römischen Kaisers und ungarischen Königs Sieg­mund in Buda (Ofen), ist erst in jüngster Zeit deutlich gemacht worden. Dies ist in erster Li­nie G. Eis 1 zu verdanken. Obzwar sich Eis mit den medizinischen Werken des Albicus ausführlich befasst und auch den Lebenslauf schildert, ist seine aufschlussreiche Arbeit doch vorwiegend für die Literaturgeschichte bestimmt, wie dies schon aus der Wahl des Veröffent­lichungsorgans (Zeitschrift für deutsche Philologie) ersichtlich ist. In der Geschichte der Medizin des ausgehenden Mittelalters wird Albicus noch immer nicht genügend gewürdigt, wenn auch anerkennende Worte nicht fehlen. Hasner 2 schrieb vor fast hundert Jahren eine biographische Skizze, Während sich Sudhoff 3 nur mit seinen Pestschriften eingehender befasst hat. Diepgen 4 hat in der neuen Ausgabe seines Standard­werkes kurz Albichs Bedeutung als eines Vorläufers des Paracelsus betreffend die bioklimatologisch-ethnographische Betrachtung der Krankheiten hervorgehoben. Neuburger rühmt Albich's „praktische Tendenz, kernige Sprache und Nüchternheit der Auffassung ... Nirgends lässt er selbständiges Urteil bei aller Anerkennung der Autoritäten, namentlich des Arnaldus von Villanova vermissen" 5 Anhand der Veröffentlichung eines spätmittelalterlichen medizinischen Handschriften­fragmentes, welches dem Albicus zugeschrieben werden kann, sowie bei der Gelegenheit der bibliographischen Untersuchung seiner Werke habe ich mich anderen Ortes mit dem Le­ben und Wirken, sowie mit den Werken dieses hervorragenden Arztes befasst, so dass sich hier eine ausführliche Beschreibung seiner Tätigkeit erübrigt 6- 7. An dieser Stelle möchte ich über eine bisher nicht bekannte Albicus-Handschrift Nachricht geben, auf die Bedeutung seiner medizinisch-literarischen Tätigkeit für die Entstehung einiger mitteleuropäischer Pestschriften hinweisen und einige Fragen der ärztlichen Anschauung unseres Meisters kurz besprechen. * Ersch.: in: Centaurus 1961: vol. 7; no. 2; 213—219. 1 Eis, G.: Das Deutschtum des Arztes Albich. Zschr. f. deutsche Philologie, 64, 1939, 174—209. 2 Hasner, J.: Prager Vierteljahresschrift, Bd. XC, 1866, 19—35. 3 Sudhoff, K.: Pestschriften nach er Epidemie des „schwarzen Todes". Arch. G. d. Med. 7, 1914, 89ff. 4 Diepgen, P.: Geschichte der Medizin, Bd. I. Berlin, 1949, 275. 5 Neuburger, M.: Geschichte der Medizin, Bd. H/1, Stuttgart, 1911, 504. 6 Schultheisz, E.: Ein spätmittelalterliches medizinisches Handschriftenfragment. Arch. f. Kulturgeschichte, Bd. XLVII. 1960, 231—239. 7 Schultheisz, E.: Über die Werke des Albicus, Janųs, Bd. XLIX, 1960, 221-235.

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