Schultheisz Emil: Traditio Renovata. Tanulmányok a középkor és a reneszánsz orvostudományáról / Orvostörténeti Közlemények – Supplementum 21. (Budapest, 1997)

6. Badehygiene und Geomedizin in den Werken des Albicus

46 Diätetische Maßregeln sind mit badehygienischen Vorschriften eng verknüpft: ,,... nach pad sol man sich huettn vor (aller speis die haÿssñet nautur sym) Als pheffer knoffleuth..." etc. In den weiteren Abschnitten lesen wir wieder über die Baderegeln des Constantinus Afri­canus. Hier wird auf den Einfluß psychischer Faktoren eingegangen. Schipperges schreibt in seiner oben zitierten Arbeit: „Auf das Singen im Bade hatte schon Constantinus Africanus sein Augenmerk gerichtet." Diesen psychisch aufmunternden Effekt des Bades weiß Albicus sehr zu schätzen. Mit dem Aderlaß-Kapitel, den allgemeinen Gesundheitsregeln, sowie mit dem Buch der Arzneien und der Gewürze der Handschrift wollen wir uns hier nicht befassen. Wohl aber mit dem Abschnitt, der das Mikroklima betrifft. Das Kapitel, das sich mit der Luft befaßt wird im Rubrum von Fol. 18r eingeführt: „Als das' puch ist geordnet zu d'gesunthait so ist not das man wisse wie man (in den luft lebñ sol) das ist wie er gesunt sey oder nicht...". Dann, sich auf Avicenna berufend, mahnt er, die gute Luft solle sich nicht mit schädlichen Ausdünstungen vermischen. Hier wird auch die Wohnungshygiene erwähnt: „Da die menschn woñųñg haen da sol das erđreich nicht faul sein..." Am Ende der Handschrift finden sich Ausführungen, die sich mit dem Fieber bzw. Wech­selfieber befassen. Der mittelhochdeutsche Name für fieber war „rite", „ritt" oder „ritte" 1 3 „Der ritt der den Menschenn alltag an geet kumbt von vir saithn (von ersten so man erkaltet) nach dem pad (So werđ die löcher die da hayssn pori offen ... So geet die kelltñ durch loch ein) die offenn steen zu der leber (Davon wir der Ritt) Darumb soll man sich ĥų­etñ vnd warm halltñ ... Zum andrn mall wir die Rit von posen luft (da man sich nicht huet nach pad ... Zum dritten mal wir er von fleisch od' von Spais) nicht wo gesotn od geprant ist (wann die natur die Speis nicht wo mag vertzeren) So fault sy durcheinenander (vnd wir corumpiert vnd dauon der ritt) Zum vierđñ mal wann ain mensch gar hais padt (vnd darnach zu kalt wasser geet vnd sich damit beguest) So siecht die kei n In vnd die pory werđñ ver­shoppt (dauon der Rit ...)". Werden also die badehygienischen Vorschriften nicht eingehalten, so verursacht das Fie­ber. Aber auch die schlechte Luft und die nicht regelmäßig zubereitete Nahrung wird für das Zustandekommen von Fieber verantwortlich gemacht. Zum Schluß soll nicht unerwähnt bleiben, was unser Meister Albicus über die malaria aufgezeichnet hat: ,,... der Rit über den andren tag haisst tertiana und kumbt von faules wasser...". 1 3 Lexer, Matthias: Mittelhochdeutsches Taschenwörterbuch. 29. Aufl. Leipzig, Hirzel, 1959. 170.

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