Schultheisz Emil: Traditio Renovata. Tanulmányok a középkor és a reneszánsz orvostudományáról / Orvostörténeti Közlemények – Supplementum 21. (Budapest, 1997)
4. Ein spätmittelalterliches medizinisches Handschriftenfragment
29 Rubrum aßt eigentlich den Inhalt des vierten Kapitels zusammen. (Demnach gingen dem vorhandenen Teil des Fragments noch mindestens drei Kapitel voran.) In dem vierđen Capitel hat man lere von essen von trinken von slaffen und von wachñ wie man sich vor und nach essen damit halten sol und von dem obgeschriehn essen und trinken wich die natur zu überflüssig ettwen von unmassigkait wegen Darumb ist nach obgeschriebn Lere Wie und mit was man die vĥerflüssigñ natur sullt abziehen und zehiljf körnen... Fol. 13 verso zitiert der Verf. Konstantin^ 9 , Wobei er sich mit allem Wissenswerten über das Baden beschäftigt. Auf der Vorderseite des folgenden Blattes werden die Funktionen der Pori der Haut beschrieben: ...Avicenna und spricht das in dem pad die löcher an der hau die da haÿssen pori O¦ffen steen... Die Folgenden Erwägungen von den heilend und anregend wirkenden Bädern zeugen wahrlich nicht von „mittelalterlicher Dunkelheit". Auf der Recto-Seite des fol. 15 beginnt das Aderlaß-Kapitel, das sich auch mit dem Problem der dies fausti bzw. critici befaßt 2 0. Die genaue Beschreibung des Kollapses bei übermäßigem Aderlaß weist auf einen exakt beobachtenden Arzt hin: ...so dem menschn die varb verkert wir und die pulst abnymb so sol man aufhörn auch wer v/7 schwitzt das ist ain Zaichen der vberflüssigkait. .. Das Rubrum von fol. 17 r ist besonders wichtig für uns, denn nur hier kommt der Inhalt der Handschrift, Ordnung der gesunthait, expressis verbis zum Ausdruck. Das Kapitel, das sich mit der Luft befaßt, wird im Rubrum von fol. 18 r eingeführt: Als das puch ist geordnet zu der gesunthait so ist not das man wisse wie man in den luft lebñ sol das ist wie er gesunt sey oder nicht.. Dann, sich auf Avicenna berufend, mahnt der Autor, die gute Luft solle sich nicht mit schädlichen Ausdünstungen vermischen. Hier wird auch die Wohnungshygiene erwähnt: Da die menschn woñųñg haben, da sol das erđreich nicht faul seyn. Im Folgenden werden diätetische Regeln per longum et latum besprochen, indem öfters auf einen ungenannten Meister hingewiesen wird. Im ersten Drittel des fol. 24 r geht die eigentliche Makrobiotik zu Ende und es beginnt der Anhang, der die Heilkräuter und Gewürze behandelt. Dieser inhaltlich abgesonderte Teil hängt in der Konstruktion eng mit dem Regimen zusammen und endet in der Mitte des fol. 28 r. Das ist auch das Ende des ganzen Fragments. Folgende Heilkräuter und Gewürze sind in diesem Kapitel zu finden: Galgant, Iñber bzw. Ingwer, muskatt, nage , Zymarinten, ZŲ war, Phejfer, lorber, Saffran, Krambiper bzw. krampbitper. Zum Schluß können wir über den prann wein lesen. Die Besprechung einiger Krankheiten und die gegen diese verordneten Heilmethoden, auch einige eingeschaltete Rezepte machen das kräuterbuchartige Kapitel abwechlungsreich. Vom Schüttelfrost (von riteñ) schreibt er folgendes: Der Ritt der den Menschn alltag an geet kumbt von vier saiten Von ersten so man erkaltet nach dem pad So werđñ die löcher die da haÿssen pori offen. .. So geet die kellten durch die loch ein die often steen zu der leber Davon wird der Ritt darumb soll man sich hueten und warm halltñ ... Zum anderen mall wir der Rit von posem Luft ... Zum dritten mal wir er von fleisch oder Spais nicht wo gesottn oder gepraten ist wann die natur die Speis nicht wo mag vertzeren So fault sy durcheinander und wir Corumpirt und dauon der ritt ... Zum vierđñ mal wann ain mensch gar hais padt und 1 9 Constantinus Africanus hatte auf das Regimen San¡ a ¡s großen Einfluß. Vgl. H. Schipperges, in: Sudhoffs Arch. Gesch. d. Med. 43 (1959), 66. 2 0 Vgl. G. Keil, in: Sudhoffs Arch. Gesch. d. Med. 41 (1957), 28-58.