József Antall szerk.: Aus der Geschichte der Heilkunde / Orvostörténeti Közlemények – Supplementum 13-14. (Budapest, 1984)
Aus der Geschichte der Medizin und der Pharmazie Ausstellungsführer (J. Antall, K. Kapronczay, Z. Pataki, M. Szlatky, M. Vida)
ute mit, „vor allem auf dem Land, wo das kranke Vieh eher Hilfe findet als der kranke Mensch ..." Das erste ungarischsprachige gedruckte medizinisch-pharmazeutische Werk ist das Kräuterbuch von Péter Melius (Juhász) (1532?—1572), das „Herbarium", was 1578 erschien und den Hausgebrauch der Heilpflanzen bekannt machte. 54 Das Material aus dieser Zeit ist — aus verständlichen historischen Gründen — nur spärlich vertreten. In der Vitrine zeigen wir ein kleines gläsernes pharmazeutisches Standgefäß mit ausgeprägtem Fuß aus dem 17. Jahrhundert, das als das älteste ungarische Zeugnis dieser Art des Museums gilt. Aus der gleichen Zeit stammt ein längliches, blaues Gefäß zum Aufbewahren von Ölen, das die Spuren der gröberen Bearbeitung der Glashütten aufweist. Neben den gläsernen Apothekergefäßen mit Kartuschen (Etiketten) ein bemaltes hölzernes Gefäß aus dem Frühbarock. Ein sehr selten zu findendes, mit der Jahreszahl 1690 bezeichnetes Zinngefäß zur Aufbewahrung von Ingwer und ein Bronzemörser aus Siebenbürgen illustrieren die Pharmazie des 17. Jahrhunderts. Besonders wertvoll ist der silberne Schlürfer des Siebenbürger Kanzlers Mihály Teleki (1634—1690), verziert mit seinem Wappen und der Aufzählung aller seiner Titel, den der zahnlose Magnat benutzte, um keine Knochen zu verschlucken (späteres Duplikat). Das einfache Volk entnahm seine Heilmethoden den Kalendarien. Im Jahre 1692 wurde das Leutschauer Kalendarium gedruckt, das „Regeln" enthielt für den Aderlaß, das Schröpfen und das Baden. Hier ist auch die Originalabrechnung des Soproner Hospitals aus dem Jahre 1586 ausgestellt. Die Siegelabdrücke der Tokajer und der Raaber (Győr) Chirurgenzunft zählen zu den chirurgischen Zeugnissen des 17. Jahrhunderts. Das Material der Vitrine wird durch einige zeitgenössische Bücher vervollständigt: Emblemata et aliquot 169 nummi. .. (1599) des Johannes Sambucus (Zsámboki), Anweisung zur Wund Arzney (Nürnberg, 1674) des Jessenius {Jeszenszky), Pax Corporis (Klausenburg, 1695) des Pápai Páriz aus der Druckerei von Miklós Misztótfalusi Kis und das Herbarium von Péter Melius (Juhász) (Klausenburg, 1578, Duplikat). Eines der schönsten Stücke der umfangreichen Münzsammlung des Museums bewahrt die Erinnerung an Jessenius und wurde 1618 angefertigt (vergoldetes Silber). Neben der Vitrine steht ein kleiner, aus der Originaleinrichtung der Pester 57 Schlangen- (Kígyó-) Apotheke verbliebener, bemalter Arzneischrank, der um 1784 entstanden ist, mit Heilpflanzenabbildungen und Arzneiaufschriften auf den Fächern. Darüber ist das ovale Ölporträt des Leutschauer Stadtarztes und 58 Richters DávidSpielenberger (1627—1684), des Hausarztes von Ferenc Wesselényi und Mária Széchy zu sehen, welches vielleicht von einem Familienmitglied, von János Spielenberger (1628—1679) gemalt wurde. 42