Kapronczay Károly szerk.: Orvostörténeti Közlemények 206-209. (Budapest, 2009)

ADATTÁR — DOCUMENTS - Offner, Robert: Johannes Hertelius erdélyi orvos eddig ismeretlen, 1593. február 8-iki keltezésű levele Carolus Clusius flamand botanikushoz

Offner, R.: Ein Brief des siebenbiirgischen Arztes Johannes Hertelins 227 auch sein erstes botanisches Werk, eine Übersetzung des gerade erschienenen flämischen Kräuterbuchs von Rembertus Dodonaeus ins Französische. Nach diesen prägenden Jahren kehrte er 1554 nach Flandern zurück und ließ sich in Antwerpen nieder. Dort gab er 1557 seine französische Übersetzung von Rembert Dodoens Cruydt-Boeck heraus. Er beherrschte mindestens acht Sprachen. 1560 war er für zwei Jahre in Paris, dann kehrte er zurück in die Niederlande und wirkte in Brügge (Bruges) und Mecheln (Malines). Es folgten Jahre wech­selnder Beschäftigung (z. B. als Privatlehrer der Rehdiger in Breslau, der Fuggersöhne in Augsburg), die ínit ausgedehnten Reisen und Forschungsaufenthalten (botanische Exkursio­nen) in der Schweiz, Piemont und auf dem iberischen Halbinsel verbunden waren, wo er mehr als 200 neue Pflanzenarten entdeckt, gesammelt und beschrieben hat. Auf einer länge­ren Reise durch England im Jahr 1 571 lernte er ein spanisches Buch kennen, eine "Flora der Neuen Welt" von Nicolas Monardes. Drei Jahre später veröffentlichte Clusius eine lateini­sche Übersetzung dieses Werks und lernte dabei viel über die Fülle der amerikanischen Pflanzenwelt kennen. Von entscheidender Bedeutung für seine weitere wissenschaftliche Laufbahn war der Ruf nach Wien im Jahr 1573. Kaiser Maximilian II. hatte Clusius beauftragt, dort einen Hortus medicus, einen Botanischen garten, zu gründen und zu leiten; später sollte er auch den kaiserlichen Garten in Prag leiten. Clusius, als Hofarzt und Botaniker Maximilians II. Gehörte dem späthumanistischen Gelehrtenkreis der Kaiserstadt an. Hier schrieb er seine spanische Flora: Rariorum aliquot stirpium per Hispanias observatarum história. Durch botanische Exkursionen auf Ötscher und Schneeberg hat Clusius wesentlich zur Kenntnis der Alpenflora beigetragen. Als 1576 Rudolf II, der Sohn Maximilians II., alle Angestellten mit protestantischem Glauben entließ, fand Clusius in Graf Balthasar Batthyány, dem kul­turbeflissenen Burgherrn von Giissing (ung. Németújvár), einen Freund und Förderer. In Güssing, sowie auf der Burg Schlaining verfasste und veröffentlichte Clusius 1583 sein be­deutendes Werk Stirpium Nomenciator Pannonicus, die erste österreichische Pflanzenkunde. Seine Arbeiten über die Pflanzen in Österreich und Ungarn blieben durch mehr als 100 Jahre maßgebend. Dabei waren diese Werke eine Zusammenstellung und Be­schreibung aller Pflanzen, einschließlich der Kultur- und exotischen Zierpflanzen, die in diesen Gebieten wachsen. 1587 verhandelte Clusius über eine Berufung an die Universität Jena, die jedoch nicht zustande kam. Er siedelte im nächsten Jahr nach Frankfurt am Main über, wo er für sechs Jahre ein Forschungsstipendium des an Botanik und Naturwissen­schaften allgemein sehr interessierten Landgrafs Wilhelm IV. von Hessen-Kassel genoss. Hier war er für dessen botanischen Garten zuständig und beschäftigte sich intensiv mit Übersetzungsarbeiten. Die Berufung auf den Lehrstuhl für Botanik der niederländischen Universität Leiden nahm er an und zog 1593 nach Leiden. Dort baute er den bestehenden Hortus Academicus um und machte ihn zum führenden botanischen Garten Europas. Wegen körperlicher Schwäche war er jedoch nicht mehr in der Lage, Vorlesungen zu halten. Ein Großteil seiner Schriften veröffentlichte er während seiner Leidener Jahre. Große Bedeutung für die Mykologie hat sein erstmals 1583 in Antwerpen erschienenes Werk Rariorum aliquot stirpium, per Pannoniam, Austriam, A vicinas quasdam provincias observatarum história. Das Werk, das auch eine Auflistung ungarischer Pflanzennamen (Stirpium nomenclator Pannonicus) beinhaltet, und früher seinem Exkursionsbegleiter, dem Güssinger Prediger István Beythe zugeschrieben wurde, ist die erste umfassende Pilzmono­graphie und gleichzeitig die erste regionale Pilzflora, in der 105 in Westungarn vorkom-

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