Kapronczay Károly szerk.: Orvostörténeti Közlemények 206-209. (Budapest, 2009)

ADATTÁR — DOCUMENTS - Offner, Robert: Johannes Hertelius erdélyi orvos eddig ismeretlen, 1593. február 8-iki keltezésű levele Carolus Clusius flamand botanikushoz

228 Comm. de //ist. Artis Med. 206- 209 (2009) mende Pilze beschrieben werden. Er setzte mit seinem Fungorum in Pannoniis brevis histó­ria (Antwerpen 1601) neue Maßstäbe für die Systematisierung der Pilze, und gilt als einer der Väter der Mykologie. Clusius kannte wie kein anderer Botaniker seiner Zeit sehr viele Pflanzen aus verschiedensten Gegenden Europas, keiner hat so viele neue Arten entdeckt, beschrieben und abgebildet. Er forderte auch die Verbreitung exotischer Nahrungs- und Zierpflanzen. Ihm verdankt Wien und Österreich unter anderem die Einführung der Rosskastanie, der Tulpe, des Flieders und der Kartoffel sowie der Kaiserkrone. Clusius kann nicht zuletzt auch durch seine Verbreitung und Züchtung „exotischer 1' Pflanzen als einer der bedeutendsten Wegbereiter der wissenschaftlichen Botanik angesehen werden. Heute ist er zwar hauptsächlich durch die Einführung der Tulpe nach Holland bekannt, doch er hat auch viele andere Pflanzen eingeführt, erforscht und beschrieben. In Leiden kultivier­te er etwa 1200 verschiedene Pflanzenarten und Sorten. Den Kern seiner Sammlung bilde­ten die reinen Heilpflanzen, die Medizinalpflanzen. Der Brief Nur eine halbe Seite umfasst der in einwandfreiem Zustand überlieferte, in lateinischer Sprache verfasste Brief (32,7 x 22,1 cm), der am 8. Februar 1593 in Wien datiert wurde. Auf dessen Außenseite steht als Adressat: „Clarissimo <5 Eccellentissimo D(ominus). Caro­lo Clusio diutur", „ Francofortium 11 , (Frankfurt/Main). (Abb. 1.) Dass dieser für die Erfor­scher der Beziehungen von Clusius zu Ungarn und Ungarländer, in weiterem Sinne des Be­griffes, bislang unbekannt blieb, dürfte daran liegen, dass der Siebenbürger Johannes Herte­lius von unterwegs, also aus Wien seinen Brief versandte. Diese atypische Situation und die relative Unbekanntheit von Hertelius könnten die Ursachen der späten Entdeckung dieses Schreibens an den damals führenden Botaniker Europas. Für die Genehmigung und Bereitstellung der digitalen Briefkopie (Quelle: Clusius Pro­ject, Clusius Correspondence Datahase ; VUL 101) durch Jenny de Roode (Collection Ser­vices, Department of Special Collections, Leiden University Library, Witte Singel 27, Post­bus 9501, 2300 RA Leiden, The Netherlands) gebührt mein allerbester Dank. Die Umschrift und die sinngemäßen Ergänzungen von Abkürzungen, sowie die Übersetzung ins Deutsche ist Herr Dr. Helmut Genaust (Welzheim) zu verdanken: S<uo> P<atrono> H<onoratissimo> Justum Lypsium, uirum o<m>ni doctrinaru<m> genere Creatis<simu>m, Caroli Clusi Clarissime, in summo esse desiderio, in summa expectatione, Viros lll<ustrissimos> Aca­demiae Patavinae moderatores (et potissimum Virum IU<ustrissimum> Janum Michae­liu<m> S<ancti> Marci procuratore<m> insigne<m>) ex literis Perillustris Joannis Vi<ri>centii Pinelli, ac etia<m> meis proxime ad te missis, haud duhio intellexisti.Quod cum ita sit, de ea re denuo scribere superfluu<m> puto esse. Sed ut ut sit (fit visu<m> ali­quando ut literae intercidant), ni H<onoratus> PineUus Herum scripsisset, procul dubio ego copiosius scripsisse. Cuius epistolam meae inclusam ad te mitto. No<n> dubito Vir Eccellentis<sim>e quin, ubi quid certi a Lypsio acceperis nos extemplo certiores sis factu­rus. Si quid ad nie literarum dederis eas commode ad Philippum Corotto Belgám, Sere­nis<simi> Archiducis Mathiae sarctorem mittis, a quo ubi e Transylvania reversus fuero, facile recipiam. Porro nisi inverecundi alicuius nomine suspectus apud te evadere<m>, e

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