Kapronczay Károly szerk.: Orvostörténeti Közlemények 186-187. (Budapest, 2004)

TANULMÁNYOK — ARTICLES - MAGYAR László András: Die siebenbürgische "Vampir-Krankheit". - Az erdélyi "vámpírbetegség"

historischen Schriften von Hagenecius, Zeiler, Stiefler, Mollerus, Rzaczinskyy usw.'' als auch in belletristischen (Francisai, Balbinus, Harssdörfer 6 und naturwissenschaftlichen Werken (Sassonia, Kornmann, Garmann) 1 zu finden. Ebenso erschienen vor der großen Vampir-Hysterie in Leipzig die Dissertationen von RanfftX % und Rohrius, 9 über die mortui masticantes, also über die kauenden oder schmatzenden Toten, die ebenfalls eindeutig zu jenem Glaubenskreis gehören 10 . Die schriftlichen Beweise des Vampir-Glaubens sind auch im Königreich Ungarn und im Groß-Fürstentum Siebenbürgen sehr früh, das heißt viele Jahre vor dem großen „Vampir-Fieber" des Jahres 1732 zu entdecken. Schon Calmet erwähnt in seiner 1745 herausgegebenen Streitschrift, daß die Vampire bereits in den 1680-er Jahren auftauchten, ihre Spuren sind aber nicht in ungarischen, sondern ausschließlich in rumänischen oder in den slawischen (serbischen, slowakischen, polnischen) Sprachgebieten nachweisbar." Der in Hermannstadt lebende und wirkende Gelehrte, Arzt und Historiker Sámuel Köleséri berichtete zum Beispiel im Jahr 1709, daß für die Seuchenzüge in Südsiebenbürgen Vampi­re verantwortlich gemacht wurden. 12 Im Jahr 1718, sieben Jahre vor dem Kisolova­Gradiska-Vorfall, starb im Zipser Ort Lubló ein gewisser MihályKaszparek, über den der ungarische Schriftsteller Kálmán Mikszáth am Ende des 19. Jahrhunderts seinen Vampir­Roman Gespenst in Lubló schrieb. 13 Mit dem Jahr 1725 und 1732, als in der europäischen und insbesondere in der deutsch­sprachigen Literatur die Vampir-Vorfalle von Medvedia, Kisolova 14 und Gradiska bekannt wurden, und auch der Begriff „Vampir" in den westeuropäischen Sprachen erstmals Ein­gang fand 15 , begann eine neue Epoche in der Geschichte des Vampir-Glaubens. Von die­5 Literatur zitiert von Michael Ranfft: De masticatione mortuorum in tumulis, oder von dem Kauen und Schmatzen der Todten in Gräbern. Lipsiae 1728. ° Garmann, Ch. Fr.: De miraculis mortuorum libri très. Dresdae et Lipsiae 1709, 1 16-117; Kornmann, H.: De miraculis mortuorum. Kirchainiae Chattorum 1610, 63-64; Sassonia; H.: De plica. In: Opera practica. Patavii 1682 496, 162. 7 Ranfft (siehe Anm. 5) und Michael Ranfftius: Tractatus von dem Kauen und Schmatzen der Todten in Gräbern, worin die wahre Beschaffenheit des Hungarischen Vampyrs oder Blut-Sauger gezeiget. Leipzig 1734. 8 Philippus Frizschius - Benjamin Rohrius: Diss, historico-philosophica de masticatione mortuorum. Lipsiae 1679. 9 Balázs, G.: A magyarok „vámpírizmusáról" [Über den „Vampirismus" der Ungarn] In: Folklór, életrend, tudo­mánytörténet. Tanulmányok Dömötör Tekla 70. születésnapjára. Budapest 1984, 23-37. 10 Magyar, L-.A.: Masticatio mortuorum. Kharón (2002) Vol. 1-2, 63-70. 11 Vgl.Magyary-Kossa, Gy.: Magyar orvosi emlékek. [Ungarische Medizinische Andenken] Budapest 1940, Bd. 14, 88. 12 Köleséri, S.: Pestis Dacicae anni 1709 scrutinum et cura. Cibinii 1709, 111-112. 13 Herausgegeben oder rezensiert in Johann Chistoph Goetzes (1688-1733) Journal Commercium litterarium ad rei medicae et scientiae naturalis incrementum institutum. Hebdomads 11-37, Nürnberg 1732. 14 Im Hofkammerarchiv in Wien sind heute noch Dokumente zu finden, in denen die Ereignisse festgehalten werden. Unter diesen befindet sich auch der Bericht des Kameralprovisors Frombald, den er Anfang des Jahres 1725 für seine Vorgesetzten verfaßte, und in dem er die Seuche im slawonischen Dorf Kisolova beschrieb. Aus den überlieferten Berichten lassen sich folgende Symptome jener Vampir-Krankheit zusammenfassen: „Die Patienten klagten über anhaltenden Brechreiz, Schmerzen im Magen-Danntrakt, sowie im Nieren-, Rücken-, Schulterblatt- und Hinterkopfbereich. Sie klagten über Abnahme der Sehfähigkeit, Gehörschwäche und Sprechstörung." (Hamberger, K.: a.a.O. 43-44 (Note 1) bzw. Tallars Bericht! 15 Zur Geschichte der Benennung: Wilson, K. M.: The history of thre word „vampire". Journal of the History of Ideas, 6 46/4. (1985) 577-583.

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