Kapronczay Károly szerk.: Orvostörténeti Közlemények 186-187. (Budapest, 2004)

TANULMÁNYOK — ARTICLES - MAGYAR László András: Die siebenbürgische "Vampir-Krankheit". - Az erdélyi "vámpírbetegség"

sem Zeitpunkt an wurden Vampire beziehungsweise Vampir-Erscheinungen auch vom wissenschaftlichen und medizinischen Gesichtspunkt her untersucht. Eine ganze Reihe medizinischer Schriften und Dissertationen erschien - zumeist im deutschen Sprachgebiet, - die sich mit den in Protokollen und ärztlichen Fundberichten (yisis repertis) über Leich­namerscheinungen festgehaltenen Daten beschäftigten. 16 Die Streitfrage entfachtete sich aber nicht über die Existenz der Vampire, die übrigens schon damals kein Mensch für wahrscheinlich hielt, sondern es ging um die verschiedenen Theorien, mit denen die Wissenschaftler diese Erscheinungen zu erklären versuchten. Obwohl nach den Werken von Calmet (1746) und Gerhard van Swieten (1755) die wis­senschaftliche Diskussion als abgeschlossen betrachtet wurde, lebte der Vampir-Glaube und der damit verbundene Problemkreis unbeeinträchtigt fort. Schließlich erließ der Wiener Hof 1755 auf die Initiative van Swietens eine Resolution, die den Vampir-Glaube als „bare Einbildung" bezeichnete und jede den Vampirismus verbreitende Handlung verbot. Aufgrund dieser Angaben sind mehrere Feststellungen zu machen. Erstens, können wir behaupten, daß der Vampir-Glaube wahrscheinlich aus dem südslawischen oder südosteu­ropäischen (rumänischen, türkischen, griechischen) Sprachgebiet stammte, und daß seine Spuren in Siebenbürgen fast ausschließlich im Kreis der rumänischen Bevölkerung nach­weisbar sind. Es ist auch klar, daß ähnliche Aberglauben in Siebenbürgen nur zu Beginn des 18. Jahrhunderts auftauchten, weil unsere früheren Angaben, - vom auf deutschem Sprachgebiet verbreiteten Glauben „masücatio morturoum" abgesehen, - nur von den Nordslawen oder aus dem Balkan stammen konnte. Dieser neue, im 18. Jahrhudert erscheinende Vampir-Glaube besaß - im Gegensatz zu seiner vorherigen Form - die Krankheitsverursachung als grundsetzliches Motiv. Auch sein Ruf ist, zum Teil, diesem Motiv zu verdanken, weil der Vampir-Glaube infolge dieses Gesundheitsbezuges die Aufmerksamkeit der damaligen Ärzte und Gesundheitsbehörden ­und dadurch der ganzen Welt - auf sich zog. Unsere Angaben über die „siebenbürgische Vampir-Krankheit" können in zwei Gruppen geteilt werden. Die erste Datengruppe berichtet über das Vorkommen der Krankheit, wäh­rend die andere Gruppe auch die Beschreibung der Krankheit enthält. Wir können unsere Angaben aus drei verschiedenen Quellen schöpfen: 1. Aus Gesetzen, Verordnungen und Meldungen vor allem im Gesundheitswesen. 2. Aus literarischen, archivarischen Quellen, Prozeßakten. (Es muß hier bemerkt werden, daß im außerordentlich reichen, und gründlich aufgear­beiteten Material der ungarischen LIexenprozesse Vampire keine Erwähung fanden!) 17 In: Linzbauer, X. F.: Codexsanitario-medicinalis Hungáriáé, torn. I, Budae 1852, 716 (No. 568). 17 Komáromy, A. (Hrsg.): A magyarországi boszorkányperek oklevéltára. [Archiv der Hexenprozesse in Ungarn]. Budapest, Akadémiai, 1910; Schräm, F. (Hrsg.): Magyarországi boszorkányperek 1529-1768. [Hexenprozesse in Ungarn 1529-1768] Bde 1-2, Budapest, Akadémiai, 1970; Bessenyei, J. (Hrsg.): A magyar­országi boszorkányság forrásai. [Quellen der Hexenprozesse in Ungarn]. Bdel-2, Budapest, Balassi, 1997, 2003; Balogh, B. (Hrsg.): Nagybányai boszorkányperek. [Hexenprozesse in Frauenstadt, Siebenbürgen]. Buda­pest, Balassi, 2003; Klaniczay, G. (Hrsg.): Magyarországi boszorkányperek. Kisebb források gyűjteménye. [Hexenprozesse in Ungarn. Sammlung kleinerer Quellen]. Bde 1-2, Budapest, MTA Néprajzi Kutatócsoport, 1989.

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