Magyar László szerk.: Orvostörténeti Közlemények 178-181. (Budapest, 2002)

KÖZLEMÉNYEK - COMMUNICATIONS - Heltmann, Heinz: Johann Hedwig (1730-1799), ein bedeutender Arzt und Botaniker aus Siebenbürgen

iL ft yj Diätverordnungen (Regime) zu beachten und „an seiner Gesundheit: zu arbeiten" (15.2.1761). Mit seinem Brief vom 26.5.1762 schickt Hedwig seinem Bruder zwei Rezepte für Augenwasser und Augensalbe zu (Abb. 8) und erteilt Ratschläge zur Behandlung des Ausschlages der Tochter seines Bruders. Bemerkenswert ist, daß Hedwig seinen Bruder im folgenden Brief (5.12.1767) nicht nur erinnert auf fettes Essen, besonders Speck, zu verzichten sondern auch empfiehlt „alle Morgen nüchtern Zitrone oder etwas reifes frisches Obst, wie es die Jahreszeit bringt", zu essen. Der Mutter rät er für ihre Gesundheit im jetzigen Alter Milchspeisen und zuweilen ein Spitzglas süßen türkischen oder alten walachischen Wein mit Zwieback zu sich zu nehmen. Im März 1770 verordnet er seiner Schwägerin zur Linderung ihrer chronischen Obstipation , fleißig zu trinken, jedes viertel Jahr das Laxier tränkchen zu nehmen, fleißig gekochtes Obst zu essen und täglich für einen ordentlichen offenen Leib zu sorgen". Im Brief vom 1. Februar 1772 zeigte sich Hedwig mit dem behandelnden Arzt seines Bruders unzufrieden, der ihm bei Fieber Schwitzpulver verordnet hat. Für eine raschere Genesung empfiehlt er ihm die schon früher verordnete Molkenkur, Diätkost, ja keinen Speck oder gespickten Braten, hingegen Zwieback und zwei kleine Weingläser guten Met dazu zu trinken. Auch ein „gutes" Rezept für ein Verdauungspulver fügt er bei. Nach Genesung im Frühjahr rät er dem Bruder ,f)u sollst fleißig spazieren gehen". Dieses sind Beispiele für die Bemühungen Hedwigs über viele Jahre hinweg seinen lieben Familienangehörigen in Kronstadt bei der Behandlung ihrer Krankheiten behilflich zu sein und auf diese Art und Weise der Mutter und dem Bruder für ihre Unterstützungen zu danken. Johann Hedwigs Verordnungen und Ratschläge (Diätkost, viel trinken, viel Bewegung) haben ihre völlige Gültigkeit bis heute behalten. Durch die einmalige Gelegenheit der Einsichtnahme in die Hedwig-Briefe konnten wir ihn nicht nur als Arzt, sondern auch als Menschen näher kennen lernen und zusätzlich einige Lebensdaten klären, die von seinen Biographen unterschiedlich angegeben werden. Als hilfsbereiter Mensch hat Hedwig wiederholt siebenbürgische Studenten während ihres Medizinstudiums in Leipzig unterstützt. Zu diesen gehörte auch der Sohn des ungarischen Pfarrers Károly Szeli in Kronstadt. Abschließend sollen nun einige der unkorrekten Angaben zu Hedwigs Lebenslauf berichtigt werden: 1. Johann Hedwig ist laut der Kronstädter ev. Taufmatrikel am 8.12.1730 in Kronstadt c M. 1 -A­J ' <'*^ ti* <u Abb. Rezepte für Augenwasser und Augensalbe (Mat 1762).

Next

/
Thumbnails
Contents