Magyar László szerk.: Orvostörténeti Közlemények 178-181. (Budapest, 2002)

KÖZLEMÉNYEK - COMMUNICATIONS - Heltmann, Heinz: Johann Hedwig (1730-1799), ein bedeutender Arzt und Botaniker aus Siebenbürgen

Abb. 6: Rezepte zur Behandlung des Ohrensausens und Magenleidens des Bruders. (Juni 1756). In seinem Brief vom 1. Juni 1754 erläutert er seinem Bruder ausführlich, daß es für einen Arzt schwierig ist einen Patienten zu behandeln, den er nicht befragen und untersuchen kann. Aufgrund der vom Bruder erhaltenen Mitteilungen diagnostiziert er ihm dennoch bereits zu jener Zeit einen „schwachen Magen" und hofft, daß die Medikamente, die man ihm nach den mitgeschickten Rezepten herstellen wird, zur Linderung seiner Beschwer­den beitragen werden. Am 5. Juni 1756 schickt Hedwig seinem Bruder im Brief zwei Rezepte zur Behandlung seines Ohrensausens und Magenleidens (Abb. 6) und erteilt ihm auch Anweisungen zur Behandlung der Krankheiten. In seinem Brief vom 25. Januar 1760 diagnostiziert Hedwig das Leiden seines Bruders als Anlage zur Goldenen Ader" (Hämorrhoiden). Zur Linderung der Beschwerden bei der Stuhlentlehrung empfiehlt er ihm auf harte, schwerverdauliche und blähende Speisen wie Speck, geräuchertes Fleisch, Schweinefleisch, Sauerkraut, Erbsen, Bohnen und andere Hülsenfrüchte zu verzichten. Desgleichen soll er sich vor dem Genuß von Wein, Brannt­wein, besonders von Wermut und Rotwein in Acht nehmen. Hingegen empfiehlt er ihm den mäßigen Genuß von Met und Zwieback. Zum laxieren fügt er ein Rezept: zur Herstellung eines „Laxiertränkchens" mit Sennesblättern und Rhabar­berwurzeln bei (Abb. 7). Dieses „Tränkchen" kann auch zur Behandlung vom Milchschorf des Kindes seines Bruders verwendet werden. Zusätzlich empfiehlt er ihm, sich selbst ein Abführmittel folgendermaßen zuzubereiten: „3 Quentchen Alexandrin sehe Sennesblätter ohne Stiele, 1 Loth Salz und ein wenig gestoßene Anisfrüchte und diese in 1,5 Tassen Pflaumenbrühe aus gedörrten Pflaumen aufzukochen, durch ein Tüchelchen zu pressen und morgens auf einmal zu trinken". Er sollte auch nach und nach mehrere Tassen Kaffee oder ungesalzene Fleischbrühe trinken. In späteren Briefen ermahnt Hedwig seinen Bruder immer wieder, seine Abb. 7: Rezepte gegen Schorf und für die Regelung des Stuhlgangs „Laxiertränkchen", (Januar 1760).

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