Magyar László szerk.: Orvostörténeti Közlemények 178-181. (Budapest, 2002)
KÖZLEMÉNYEK - COMMUNICATIONS - Heltmann, Heinz: Johann Hedwig (1730-1799), ein bedeutender Arzt und Botaniker aus Siebenbürgen
der Pflanzenanatomie und -physiologie, so daß Hedwig schon allein durch seine diesbezüglichen Untersuchungen und Verdienste zu den bedeutenden Naturforschern des 18. Jahrhunderts zählte. Als Hedwig um Weihnachten 1798, ohne auf sich selbst Rücksicht zu nehmen, auch bei strenger Kälte seine Krankenbesuche fortsetzte, zog er sich eine schwere Erkältung zu, die ihn mehrere Wochen an das Krankenbett fesselte. Von dieser nur halbwegs genesen erkrankte er Anfang Februar 1799 an Bauchtyphus, an dem er am 18. Februar 1799 in Leipzig starb. Besonders in der Mooskunde ist Hedwigs Name auch heute allgegenwärtig. Von ihm aufgestellte Moosgattungen und beschriebene Moosarten tragen auch heute die von ihm gegebenen Namen. Eine Familie der Laubmoose (Hedwigmoose) und zwei Pflanzengattungen (Hedwigia) erinnern an ihn und seine großen Leistungen als Botaniker. Eine von Ludwig Rabenhorst 1852 herausgegebene Zeitschrift für Kryptogemenkunde benannte dieser zu Ehren Hedwigs „Hedwigia" (1852-1944). Heute erscheint diese Zeitschrift unter dem Namen „Nova Hedwigia". In Verbindung mit seinem 200. Todestag wurden 1999 auf verschiedenen Gedenktagungen Hedwigs Verdienste um die Begründung der Mooskunde und der wissenschaftlichen Bennenung der Moose erneut gewürdigt. Hedwig hat 37 zum Teil größere und schön illustrierte wissenschaftliche Arbeiten publiziert. Er war Mitglied und Ehrenmitglied zahlreicher wissenschaftlichen Gesellschaften und Akademien zu Leipzig, Berlin, Erfurt, Wien, Zürich, Stockholm, London und Potsdam. Von vielen Gelehrten seiner Zeit wurde Hedwig als Wissenschaftler, Arzt, Lehrer und Mensch geschätzt und verehrt. Zu diesen gehörte auch Alexander von Humboldt, der Hedwig „... als großen Zeitgenossen, der sich über alle erhob" würdigte. Der Klausenburger Botaniker August Kanitz sagt über Hegwig als bedeutender Naturforscher: „Die Stadt Kronstadt, ja ganz Ungarn kann wahrhaftig auf seinen großen Sohn stolz sein ", Johann Hedwig als Arzt seiner Familienagehörigen im fernen Kronstadt Johann Hedwig war nicht nur einer der bedeutendsten Naturforscher und der namhafteste Bryologe seiner Zeit, sondern auch ein hervorragender Arzt. Als solcher hat er eine Reihe wissenschaftlicher Arbeiten medizinischen Inhalts veröffentlicht. Ein klarer Beweis für seine Anerkennung als Arzt in Leipzig war seine Anstellung als Arzt der Stadtkompanie und der Thomasschule dieser Stadt. Bislang unbekannt war, daß Hedwig als Arzt auch seine Familienangehörigen in Kronstadt über viele Jahre mit betreut hat. Dieses geht aus seinen 59 erhalten gebliebenen Briefen hervor, die er im Zeitraum von 1748-1784 nach Kronstadt geschrieben hat und die im Folgenden erstmals ausgewertet werden. Aufgrund der brieflich mitgeteilten Beschwerden konnte er die Krankheiten diagnostizieren und seinen Anverwandten schriftlich genaue Anweisungen für die Behandlung ihrer Leiden mitteilen. Wiederholt fügte er seinen Briefen ab 1754 auch Rezepte bei, die für die Herstellung der jeweiligen Medikamente notwendig waren. Tele-Medizin im 18. Jahrhundert !