Magyar László szerk.: Orvostörténeti Közlemények 178-181. (Budapest, 2002)

KÖZLEMÉNYEK - COMMUNICATIONS - Heltmann, Heinz: Johann Hedwig (1730-1799), ein bedeutender Arzt und Botaniker aus Siebenbürgen

camm Linnaei ". Diese wurde 1784 von der Sankt Petersburger Akademie herausgegeben und machte ihn zusätzlich über die Grenzen Deutschlands bekannt (Abb. 3). Brieflich teilte Hedwig seinem Bruder Jakob und seinem Schwager Johann Teulsch ­später Stadtpfarrer zu Kronstadt - seine große Freude über diese Preisverleihung (aka­demische goldene Medaille und 100 Dukaten) mit. Die Verbindung zu seinen Anver­wandten in Kronstadt, denen er seit 1754 immer wieder Rezepte zur Behandlung ihrer Leiden zuschickte, hielt er Zeit seines Lebens aufrecht. Durch seine beiden letzten großen Werke wurden maßgebliche Persönlichkeiten auch in Leipzig auf ihn aufmerksam und begannen seine Verdienste zu würdigen. 1784 stellte ihn der Stadtrat von Leipzig als Arzt der Stadtkompanie an. 1786 wurde Johann Hedwig außerordentlicher Professor der Medizinischen Fakultät und 1789 - durch eine Verfügung der Kurfürsten von Sachsen - zum Ordinarius der Botanik dieser Fakultät und zum Direktor des Botanischen Gartens der Universität ernannt. Nun könnte man annehmen, daß Hedwig durch die vielen hinzugekommenen Verpflich­tungen, die ihm als Arzt und Lehrer übertragen wurden, keine Zeit mehr für weitere Forschungen und Veröffentlichungen gefunden habe. Vor allem besuchten ihn viele Fachkollegen und ließen sich von ihm seine Forschungsergebnisse zeigen. Im Januar 1797 beehrte ihn sogar Johann Wolfgang von Goethe mit seinem Besuch und ließ sich von Hedwig Präparate vorführen und von ihm angefertigte Zeichnungen zeigen. Trotz seiner vielfältigen Beschäftigungen setzte Hedwig auch in dieser Zeit seine Moosbeschreibungen und die Veröffentlichung seiner Forschungsergebnisse in einem vierbändigen Werk fort, das in den Jahren 1787-97 als Mikroskopisch-analytische Beschreibungen und Abbildungen neuer und zweifelhafter Laub-Moose erschienen ist (Abb. 4). Ab 1791 war Hedwig auch als Arzt der Leipziger Thomasschule tätig. In diesem Jahr bearbeitete Hedwig auch die Moose für Stephan Lumnitzers Flora Posoniensis (Leipzig 1791). Hedwig hat sich nicht ausschließlich mit der Erforschung der niederen Pflanzen befaßt. Wichtige Entdeckungen verdankt die Botanik ihm auch bei den höheren Pflanzen wie die des Zentralspaltes (Poms) der Spaltöffnungen (Stomata) in der Oberhaut der oberirdischen Pflanzenorgane, durch den diese den Gasaustausch mit ihrer Umwelt bewerkstelligen. Die Namen „Perigon" für die gleichartige Blütenhülle der einkeimblättrigen Pflanzen und „Spore" für die ungeschlechtlichen Keimzellen der Sporenpflanzen, stammen ebenfalls von Hedwig. Seine in verschiedenen Zeitschriften erschienenen Beiträge veröffentlichte er teilweise erneut in seiner „Sammlung der zerstreuten Abhandlungen und Beobachtungen über botanisch-ökonomische Gegenstände" in zwei Teilen in den Jahren 1793 und 1797. Unabgeschlossen blieben allerdings seine Werke „Species muscorum frondosorum", die "Physiologie des Gewächsreiches" und die Flora Chemnizensis. Das Werk "Species muscorum ..." konnte sein Schüler Christian Friedrich Schwägrichen anhand der von Hedwig hinterlassenen Unterlagen abschließen und 1801 herausgeben (Abb. 5). Als Ergänzung zu diesem ersten Band hat Schwägrichen in den Jahren 1811-1830 noch weitere drei Bände veröffentlicht. Dieses bedeutende, von Hedwig begründete Werk, ist bis heute die Grundlage für die wissenschaftliche Bennenung der Moose geblieben. Ein Nachdruck dieses Werkes ist beim J. Cramer Verlag 1960 erschienen. Von grundlegender Bedeutung waren jedoch auch seine Untersuchungen auf dem Gebiet

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