Antall József szerk.: Orvostörténeti közlemények 115-116. (Budapest, 19869

KISEBB KÖZLEMÉNYEK — ELŐADÁSOK - Völker, Arina: Az erdélyi Martin Schmeizel (1679—1747) mint hallei Ordinarius (német nyelven)

Das Kollegprogramm Schmeizels bleibt im Vergleich zu Jena nahezu unverändert: Geschichte, Staats- und Völkerrecht, lus publicum, Heraldik und Pädagogik stehen im Vordergrund. Eine be­merkenswerte Neuerung kommt aber hinzu. Verstärkt wendet sich Schmeizel jetzt der zur Hoch­schuldisziplin avancierenden Numismatik zu. Dabei mag dahingestellt sein, ob nun Schmeizel oder Schulze oder der sich ebenfalls der Numismatik verschreibende Universitätskanzler Johann Peter von Ludewig (1670—-1743) den Anstoß gaben. 18 Sicher ist, daß ab 1736 derartige Vorles­ungsankündigungen erscheinen und dabei dann stets der Name von einem aus diesem münzwis­senschaftlichen Triumvirat im Spiel ist. Schmeizel offeriert für das Sommersemester 1736: „Soll­ten auch einige sich finden, welche in der Geographie, Müntzwissenschaft, Wappenlehre, und der nöthigen Kunst zu conversiren ... seiner Anweisung gebrauchen wolten, denen verspricht er seine Dienste mit aller Treue und Bereitwilligkeit. ' ' Zeitgleich hierzu dürfte Johann Peter von Ludewig entsprechende Lehrveranstaltungen durchgeführt haben. Das geht aus Pressemitteilung des glei­chen Jahres über das Ludewigsche Münzkabinett hervor, in der zu lesen ist. „ Wie auch unser Hochverdienter Herr Cantzler einen unausgesetzten Eifer hat; daß auf hiesiger Universität, ein Studirender in allen, nur ersinnlichen Wissenschafften Gelegenheit haben möge, sich zu üben: so ist derselbe gesonnen, unter seiner direction, durch jemand ein Müntz-Collegium zu solchem Behuf, denjenigen halten zu lassen, welche, neben anderen unentbehrlichen Wissenschafften, sich auch hierin zu üben gedencken. ' ' 19 Will man daher die Prioritätsfrage stellen, dann liegt in der Chronologie angekündigter münzwissenschaftlicher Kollegs Martin Schmeizel mit Sicherheit und Johann Peter Ludewig mit großer Wahrscheinlichkeit noch vor der Schulzeschen Offerte, denn letzterer meldet erstmals im Sommersemester 1738 verbo expresso eine derartige Lehrveranstaltung an. 20 Gestaltet haben dürfte Schmeizel diese Unterweisungen auf der Basis einer eigenen Kollektion, über deren Bes­tand ein Auktionskatalog des Jahres 1748 unterrichtet. 21 Demzufolge war Schmeizel im Besitz einer Anzahl römischer und griechischer Münzen, die ihm — ähnlich wie Schulze — die transsyl­vanischen Absolventen mitgebracht haben dürften. Einer dieser der Numismatik verbundenen Medizinstudenten ist Samuel Drauth aus Kronstadt, ein Eques Transsylvanus, der am 4. Mai 1734 unter Vorsitz von Friedrich Hoffmann (1660—1742) seine Inauguraldissertation verteidigt, die er dem Doktorvater, Schulze und Schmeizel widmet. Die Grußadressen in der gedruckten Arbeit bilden gleichsam ein Spiegelbild der landsmannschaftlichen Kontakte, sind hierbei doch zahlrei­che Gratulationen aller derer enthalten, die sich zum ungarischen Kreis um Schmeizel und Schul­ze zählen. Ein zweiter und kaum weniger bedeutsamer Komplex im halleschen Programm von Martin Schmeizel ist sein Engagement für die populärwissenschaftliche Information im Rahmen der vom Kanzler Ludewig geleiteten „Wöchentlichen Hallischen Anzeigen", die in ihrem Bildungsteil den Charakter einer Hochschulzeitschrift tragen. 22 Für damalige Verhältnisse ist das ein zumindest ungewöhnlicher Vorgang. Ähnlich wie in Jena mit der „Neuesten Historie der Welt" nutzt Schmeizel die Gelegenheit, den Leser mit der Geschichte Südosteuropas vertraut zu machen, doch nimmt er auch Themen z. B. aus dem Gebiet der Heraldik in dieses Publikationsvorhaben 18 Zimmermann, H.D.: Johann Heinrich Schulze und die Münzsammlung im Robertinum. Wiss. Z. Univ. Halle (Ges.-sprachwiss.) XXIX (1980), H. 4, S. 53-59. 19 Witzleben, F. S.: Neue Gedancken... mit Gelegenheit der Einrichtung des Ludewigschen Müntz­Cabinets. Wöchentliche Hallische Anzeigen 1736, S. 401—407. 211 Kaiser, W.: Medizinisch-wissenschaftliche Numismatik im 18. Jahrhundert. Zahn-, Mund- u. Kieferhe­ilkd. 65 (1977), S. 41-52. 21 Schmeizeliana, sive Index librorum. .. Martini Schmeizelii ... solemni auctionis distrahendorum, Halle 1748. 22 Kaiser, W.: Die hallesche Universitätszeitung im 18. Jahrhundert. Wiss. B. Univ. Halle 1982/5 (A 57), S. 3—60; Halle 1982.

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