Antall József szerk.: Orvostörténeti közlemények 115-116. (Budapest, 19869

KISEBB KÖZLEMÉNYEK — ELŐADÁSOK - Völker, Arina: Az erdélyi Martin Schmeizel (1679—1747) mint hallei Ordinarius (német nyelven)

zung der Pädagogik an der Universität verdient. 14 Ein bereits von Struve eingeführtes Zeitungs­kolleg wird unter Schmeizels Regie zur Regelvorlesung. Auf eigene Kosten gibt er zwischen 1723 und 1727 die „Neueste Historie der Welt" heraus, ein Journal, das den gebildeten Leser über die politischen Geschehnisse aus Vergangenheit und Gegenwart unterrichten soll. Als er hierin über den „Thorner Tumult" berichtet, handelt er sich eine Beschwerde des Königs von Sachsen-Polen ein. Viele Aufsätze der „Neuesten Historie der Welt" behandeln ost- und südosteuropäische The­men; spezielle Zeitungsrubriken informieren über „Moldau und Wallachey" sowie über den „Staat der Cosacken und europäischen Tataren", d. h. über Territorien, von deren Entwicklung man in der breiten Öffentlichkeit bis dahin recht wenig wußte. Breit gehalten ist Schmeizels Vorlesungs- und Publikationsspektrum mit Beiträgen u. a. über Heraldik, Geographie und Stati­stik. In den pädagogischen Komplex fallen Kollegs beispielsweise über „Grundsätze, die Jugend mit Erfolg zu unterrichten" oder über eine „Instruction für künftige Lehrer". Auch die Jenenser Stadt- und Hochschulgeschichte steht auf dem Schmeizelschen Vorlesungsprogramm; eine Kurz­fassung („Abriß eines Collegii über die Historie der Stadt und Universität Jena") gelangt 1727 zur Edition. 15 Als Schmeizel sich bei anstehenden Ordinariatsvokationen — Johann Franz Buddeus war 1729 verstorben — übergangen sieht, fühlt er sich bewogen, dem Ruf auf eine hallesche Professur Fol­ge zu leisten. Am 26. Oktober 1731 trifft er in der Saalestadt ein und kündigt am 19. November sein erstes hallesches Kolleg in den „Wöchentlichen Hallischen Anzeigen" an. MARTIN SCHMEIZELS HALLESCHE T Ä T I G K EI T S J A H R E Als Martin Schmeizel seine endgültige Niederlassung in Halle findet, erfolgt diese seine Etab­lierung an einer Universität, die in dieser Zeit als Vörzugshochschule vieler Ungarn gelten konn­te. Das traf besonders für den medizinischen Sektor zu. Bis zum Ende des Jahres 1731 hatten 26 Ungarn hier ihre Ausbildung mit dem Erwerb des Doktorgrades oder der Lizentiatur abgeschlos­sen; etwa 30 sollten in der Ära der Schmeizelschen Tatigkeit folgen. 16 Man wußte, daß in Halle ein gutes und umfassendes medizinisches Grundgerüst zu erwerben war und die Vermittlung praxisnaher Fertigkeiten Priorität genoß. Daher war man auch bemüht, sprachliche Adaptations­schwierigkeiten schnell zu kompensieren; dazu diente u. a. ein von Matthias Bei (1684—1749) verfaßter Sprachführer („Institutiones linguae Germanicae in gratiam Hungáriáé juventutis edi­tae"), der nach der Leutschauer (Lőcse) Erstedition von 1718 im Jahr vor der Ankunft Schmeizels in Halle noch einmal aufgelegt worden war. 17 An seiner neuen Wirkungsstätte dürfte sich Schmeizel daher „fast wie zuhause" gefühlt haben; unter seinen Landsleuten ist er jedenfalls von Anfang an sehr beliebt gewesen. An dieser seiner Zentralstellung ändert sich auch nichts, als Jo­hann Heinrich Schulze 1732 in Halle eintrifft und die Mediziner sich — schon aus fachlichen Gründen — verstärkt um den hungarophilen Ordinarius scharen: der „Nicht-Mediziner" Schmei­zel wird dadurch nicht ausgeklammert. Gemeinsam mit Schulze bildet er den Anlaufpunkt der Folgezeit. Fast regelmäßig finden sich die Grußgedichte Schmeizels in den gedruckten medizini­schen Dissertationen seiner Landsleute, von denen der eine oder andere zudem Anlaß nimmt, ihm die Inauguralarbeit zu widmen. 14 Steinmetz, M. (Hrsgb.): Geschichte der Universität Jena 1548/58—1958, Bd. I, S. 190—191; Jena 1958. 15 Kaiser, W., u. A. Völker: Buch und Zeitungsaufsatz im Lehr- und Bildungsprogramm des Historikers Martin Schmeizel (1679—1747). Wiss. B. Univ. Halle 1982/5 (A 57), S. 101—114; Halle 1982. 16 Kaiser, W., u. A. Völker: Hungarica medica des 18. Jahrhunderts in den Beständen des halleschen Uni­versitätsarchivs. Wiss. B. Univ. Halle 1981/38 (T 40); Halle 1981. 17 Kaiser, W.: Pro memoria Matthias Bei (1684—1749). Wiss. B. Univ. Halle 1985/66 (E 73), S. 263—271; Halle 1985.

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