Antall József szerk.: Orvostörténeti közlemények 115-116. (Budapest, 19869
KISEBB KÖZLEMÉNYEK — ELŐADÁSOK - Völker, Arina: Az erdélyi Martin Schmeizel (1679—1747) mint hallei Ordinarius (német nyelven)
KISEBB KÖZLEMÉNYEK - ELŐADÁSOK DER TRANSSYLVANIER MARTIN SCHMEIZEL (1 679-1747) ALS ORDINARIUS IN HALLE ARINA VÖLKER Im Rahmen einer Nachbetrachtung über den sich um den Mediziner und Polyhistor Johann Heinrich Schulze (1687—1744) scharenden ungarischen Arbeitskreis stößt man bei der Schrifttumsdurchsicht seiner halleschen Ordinariatsjahre immer wieder auf den Namen des aus Transsylvanien gebürtigen Hochschullehrers Martin Schmeizel (1679—1747), der am 13. September 1731 — also ein Jahr vor Schulze — als Professor Historiarum et Juris publici von Jena nach Halle berufen und gemäß dieser Doppelfunktion sowohl in der Philosophischen als auch in der Juristischen Fakultät verankert worden war.' Wenn Schmeizel alsbald Anschluß an die von Schulze betreuten ungarischen Mediziner fand, so mag die landsmannschaftliche Verbundenheit hierbei eine wesentliche Rolle gespielt haben; das bezeugen nicht zuletzt die Schmeizelschen Grußadressen in den Inauguraldissertationen angehender ungarischer Ärzte. 2 Hinzu kam aber, daß Martin Schmeizel die Liebe Schulzes zur Numismatik teilte und letzterer das spezielle Forschungsgebiet des transsyIvanischen Historikers mit Aufmerksamkeit verfolgte; auf dieser Basis kam eine in Freundschaft ausmündende Kooperation zustande. 3 Dieses das eigentliche Fachgebiet weit überschreitende Interesse war aber nicht auf Schulze und Schmeizel beschränkt: eine ganze Reihe Schulzescher Schüler aus Ungarn war münzkundlich und zugleich historisch versiert, Schmeizel aber durch seine Studien zur südosteuropäischen Geschichte mit der Historica medica seiner Heimat recht gut vertraut. Unter einem derartigen Aspekt überrascht es daher nicht, daß der ungarische Medizinhistoriker István Weszprémi (1723—1799) in seinen bio- und bibliographischen Auflistungen den Namen des Nicht-Mediziners Schmeizel ebenso mehrfach zu erwähnen hat wie den seines Vorzugsschülers Gottfried Schwarz (1708—1788); 4 in einem vom 12. Juli 1774 datierten Nachwort zur Centuria prima seines lexikalischen Standardwerkes nennt er Schmeizel und Schwarz in einem Atemzuge mit bedeutsamen ungarischen Historikern wie Péterfi, Stephan Kaprinai, Andreas Felker und Paul Wallszkius. 5 Den Brückenschlag zwischen Allgemeinhistorie und Medizingeschichte symbolisiert Weszprémi dabei, wenn er an anderer Stelle auf die „Dissertatio de Vita et Scriptis Dudithii ab Horehovitza historico-critica" verweist, die Schwarz 1743 in Halle zur Edition brachte und die dem Leben und Werk des ungarischen Arztes Andreas Dudith von Horehovitza (1533—1589) gewidmet war. 6 Ärzte als engagierte Historiker und Numismati1 Dreyhaupt, J. Chr. v.: Beschreibung des Saal-Creyses, Zweyter Theil, S. 25 u. 27; Halle 1755. 2 Kaiser, W. : Die Doktordissertationen transsylvanischer Mediziner an der Universität Halle. Forschungen Volks- und Landeskd. Bd. 16, Nr. 2 (1973), S. 37—47. 3 Kaiser, W., u. A. Völker: Johann Heinrich Schulze (1687-1744). Wiss. B. Univ. Halle 1980/45 (T 38); Halle 1980. 4 Winter, E.: Frühaufklärung. Der Kampf gegen den Konfessionalismus in Mittel- und Osteuropa etc., S. 208; Berlin 1966. 5 Weszprémi, I.: Succinta Medicorum Hungáriáé et Transilvaniae Biographia, Centuria prima, S. 428; Leipzig 1774 (Neudruck Budapest 1960). 6 ebendort, S. 74.