Antall József szerk.: Orvostörténeti közlemények 109-112. (Budapest, 1985)
IN MEMORIAM JOHANNES SAMBUCUS - Zsámboky János (Johannes Sambucus) (magyar, angol, német nyelven)
ZSÁMBOKY JÁNOS (JOANNES SAMBUCUS) 153 1- 1584 Der in der Geschichte des europäischen und ungarischen Humanismus eine bedeutende Rolle spielende Polyhistor Arzt und Historiograph, wurde in Oberungarn, in Nagyszombat (Trnava) am 25. oder 30. Juli 1531 geboren. Über seine Abstammung berichtete er selbst im Vorwort seiner Plautus-Ausgabe; seinem Vater — Péter Zsámboky — widmete er in seinen Werken Poemata (1555) und Emblemata (1564) einen Nachruf, laut dieser Mitteilungen kam seine Familie — vor den Türken flüchtend — von Zsámbok, Komitat Pest, nach Nagyszombat. Sein Vater wurde 1549 vom Kaiser Ferdinand I. als Anerkennung seiner Dienste in seinem Posten als Stadtrichter und wegen seiner Heldenhaftigkeit in den Kämpfen gegen die Türken in den Adelstand gehoben. Diese Tatsache wird auch von seinen Wappentieren symbolisiert: zwei, einander gegenüber stehende, mit einem Fuss an einander klammernde Kraniche halten einen Ring im Schnabel. Laut einer Sage hält ein wachestehender Kranich einen Stein in seiner Kralle, und wenn Gefahr droht, lässt er den, seine Kameraden warnend fallen. Zsámboky begann seine Studien in Wien. Von dort zog er als 12jähriger Knabe 1543 auf eine Studien- und Wanderfahrt, um die Universitäten und die geistigen Zentren Europas kennenzulernen. Nach 22 Jahren kehrte er als 33jähriger Mann 1564 dorthin wieder, siedelte sich an und wirkte als Hofarzt und Geschichtsschreiber des Kaiser Ferdinand L, später Maximilian IL. Die Stationen seiner Wanderschaft waren: Leipzig (1543), Wittenberg (1545), Ingolstadt (1548), Strassburg (1550), Paris (1551), Padova (1553), (1558), (1560), Bologna (1557) und andere italienische Städte, Gent (1563—1564), Augsburg (April 1564) und als letztes Wien (am 24. Sept. 1564). In Leipzig war Zsámboky als Kind im Hause von Joachim Camerarius untergebracht, der ihn seinem Meister und Freund Philip Melanchton empfiel. Durch ihn kam er am 29. Juni 1545 an die Universität zu Wittenberg. Zufolge eines Ediktums von Ferdinand I., laut welchem er einen jeden, der nicht die Wiener, Freiburger oder Ingolstädter Universität besuchte, mit Verbannung bedroht, — gelang er an die Universität in Ingolstadt im Jahre 1549. Sein Retorik-Professor war der ausgezeichnete Cicero-Forscher Veit Amerbach. Im August 1550 wohnt er schon in Strassburg den Vorträgen des berühmten Latinisten und Pedagogen Johann Sturm bei. Im frühen Herbst 1551 kam er nach Paris, wo die altwürdige Universität und das von Franz I. gegründete königliche Kollegium eine grosse Anziehungskraft auf ihn ausübten. Adrien Turnébe, Professor der griechischen Sprache, Pierre de la Ramée, Professor der griechischen und lateinischen Philosophie, und Pascal Duhamel, Professor der Matematik, waren seine meist geschätzte Professoren. Hier erwarb er 1552 den Magistergrad der Philosophie, schloss mit dem Philolog-Buchdrucker Henri Estienne in Paris eine Freundschaft und hier, in der Hochburg des griechischen Handschrifthandels hat er seine ersten griechischen Handschriften besorgt. Durch die Unterstützung des Erzbischofs Miklós Oláh gelang er 1553 in die Zentrale des Humanismus, nach Italien, wo er mit der Überwachung des Neffens des Erzbischofs, György Bona, beauftragt wurde. Das medizinische Studium begann er an die Universität zu Padova, wo er den