Antall József szerk.: Orvostörténeti közlemények 107-108. (Budapest, 1984)

KISEBB KÖZLKMÉNYEK ELŐADÁSOK - Rákóczi, Katalin: Walter Hermann Ryffs jellemző stíluseszközei (német nyelven)

Die Metapher sind besonders gut geeignet den Abstrakta einen bildhaften, plastischen, anschaulichen Ausdruck zu verleihen und ein leichteres Verständnis zu ermöglichen. Neben den Vergleichen spielen sie eine wichtige Rolle. Ryff verwendet sie oft bei Behand­lungen von inneren Organen, wenn die Position oder Funktion einer Erklärung bedarf. Oft werden sie in kurzen Aussagesätzen formuliert, die ein gemeinverständliches Bild interpretieren. Es sind immer Substantive: das Herz — hat Anhang mit allen glidern, so grosser wirdigkeit, daß es nit lang schmerzen leiden mag. die Lunge = die lung ist ein wind fang davon das hertz erkület die Leber = ... ein geberin des bluts das Hirn = dreikraft der seel behalten den schätz aller erkentnis Sehr häufig werden Metapher von H. Gersdorf gebraucht : — die naßlöcher seint also zwo canal — die Brust ist ein schirm der geistlichen glider en — die äugen seint instrument des gesichts —• Vff daß hertz bloßt oder wäht die lung zu erquickung Metapher linden wir bei H. Brunschwyg und O. Brunfels sehr selten. Vergleiche und Metapher ermöglichen eine leichtere Verständigung der Aussage, sie besitzen aber auch Stimmungselemente, die das Bild an und für sich erscheinen lassen. Die Sprache bleibt dadurch nicht auf der Höhe der Vermittlung, sondern wird feinsinniger bekommt einen ästhetischen Wert, der literarischen Ansprüchen gewachsen ist. Stilelemen­te, die in der Fachliteratur schon früh erscheinen, erreichen bei H. Gersdorf eine interes­sante Höhe und entfalten sich bei W. H. Ryff zur vollen Blüte. Die Funktion der Ver­gleiche und Metapher dürfen als Charakteristik der Ryffschen Sprache betrachtet werden. Der Ryffsche Sprachgebrauch trägt neben individuellen Merkmalen auch Eigentüm­lichkeiten der Literatursprache seiner Zeit. Die sprachliche Erneuerung der Reformation läßt ihre Auswirkung besonders in den Wendungen spüren, die durch die Bibel allgemein­verbreitet waren. Obzwar Fragen der Religion keinen organischen Bestandteil der Bücher und des Lebens von Abbilden, kommen doch religiöse Hinweise, Trostsprüche, Gebete, aber auch Sprüche aus der Luther-Bibel vor. Die anziehendste Persönlichkeit dieser Epoche war Luther. 13 Von seiner Wirkkraft konnte sich weder der einzelne Mensch, noch der Schriftsteller freimachen, sie kam im alltäglichen Leben genauso wie in der Religion und schönen Literatur zum Ausdruck. 14 Die tägliche Benützung der Bibel, der Gesang- und Gebetbücher, auch die allgemein­bekannten Schriften von Luther verursachten eine leichtere Verwendung der Synonyme, Vergleiche, Metapher und Parallelismen, brachten neue Elemente in den Wortschatz und nötigten zur Nachahmung ihrer literarischen Gestaltung. Auch die populäre Literatur trägt dadurch Merkmale, worin der Lutherschc Sprachgebrauch unschwer zu erkennen ist. Ryff übernimmt zu seinen Kompilationen das Material seiner Vorlagen, er steht aber auch unter dem Einfluß ihrer sprachlichen Gestaltung. In der Frankfurter Periode seines ia Henry Thode: Luther und die deutsche Kultur. München 1914. bes. S. 25 ff.; Rolf Engelsing: Der Bürger als Leser. Lesergeschichte in Deutschland 1500—1800. Stuttgart 1974. S. 5—45.; Helga Hajdu: Lesen und Schreiben im Spätmittelalter. Pécs— Fünfkirchen 1931. bes. S. 46 ff. 11 Erwin Arndt: Luthers deutsches Sprachschaffen. Berlin 1962. bes. S 78—91.; Ernst Rober Cur­aus: Europäische Literatur und lateinisches Mittelalter. Bern 1954. bes. S. 138—154.; 314—325.

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