Antall József szerk.: Orvostörténeti közlemények 93-96. (Budapest, 1981)

TANULMÁNYOK - Kaiser, Wolfram—Völker, Arina: Az Academia Naturae Curiosorum magyarországi tudós tagjainak kérdéséhez (17. és 18. sz.) (német nyelven)

TANULMÁNYOK ZUR MITGLIEDSCHAFT UNGARLÄNDISCHER WISSENSCHAFTLER IN DER ACADEMIA NATURAE CURIOSORUM (17. UND 18. JAHRHUNDERT) WOLFRAM KAISER—ARINA VÖLKER In der Geschichte der ungarisch-deutschen Wissenschaftsbeziehungen des 17. und 18. Jahrhunderts nimmt die 1652 in Schweinfurt begründete Academia Naturae Curioso­rum — sie besteht heute als Deutsche Akademie der Naturforscher Leopoldina mit Sitz in Halle fort — eine wichtige Schlüsselstellung ein, bildete sie doch in dieser Ära einen wesentlichen Kontaktpunkt für den medizinisch-naturwissenschaftlichen Gedan­kenaustausch. 1 Die Mitgliedschaft in der sich vorwiegend aus Ärzten zusammensetzenden Gesellschaft mußte daher generell erstrebenswert sein. Zum einen schloß sie die Beliefe­rung mit deren Publikationsorgan ein, das dem Bezieher eine Kenntnisnahme der allge­meinen Forschungstrends der Zeit sicherte. Zum anderen hatte der fern der großen Wissenschaftsmetropolen in Südosteuropa tätige Arzt, dem im eigenen Lande Publika­tionsmöglichkeiten fachlicher Natur nicht zur Verfügung standen, auf diese Weise die Gelegenheit, von ihm erhobene Befunde beim Akademiepräsidenten zur Veröffentlichung einzureichen. „Curiosa" vielfältiger Art, örtlich bedingte Besonderheiten, regional­spezifische Therapiemaßnahmen, Mitteilungen über Fauna, Flora und das Gestein des ungarländischen Raumes: das alles waren Themen, die den außerhalb Ungarns lebenden Leser interessieren mußten und daher gern in das Periodikum der Academia Naturae Curiosorum aufgenommen wurden. So kam es zu einem hinsichtlich der Entfernung und in Bezug auf die erst später nutzbaren Kommunikationsmittel erstaunlich intensiven und dauerhaften Schriftwechsel zwischen einigen Akademiepräsidenten und ihren ungarischen Korrespondenzpartnern. Die enge Verbindung dokumentiert sich außerdem in der nicht geringen Zahl von Mitgliedschaften aus diesem Territorium. Kulminations­punkte solcher Entwicklung sind die Leitungsperioden von Lucas Schroeck (1646—1730) und Andreas Elias Büchner (1701—1769), die in den Jahren zwischen 1683 und 1769 mehr als zwanzig ungarländischen Ärzten das Aufnahmediplom zustellen und mit Daniel Wilhelm Moller (1642—1712) auch einen nicht zur Ars medica zählenden Reprä­sentanten dieses Raumes für vokationswürdig befinden. Als der VI. Präses, Andreas Elias Büchner, im Jahre 1755 von Halle aus seine „Academiae Sacri Romanii Imperii Leopoldino-Carolinae Naturae Curiosorum História" zur Edition bringt, sind es 23 ungarländische Mitglieder, auf die er in seiner Liste der bis dahin erfolgten Rezeptionen verweisen kann: sie beginnt mit dem zeitweilig in Pozsony tätigen und 1683 im Matrikel­buch der Gesellschaft inskribierten Martin Christoph Metzger (1625—1690) und endet mit dem zum Zeitpunkt der Aufnahme in Transsylvanien tätigen Johann Michael Hof­finger (1723—1756). Dem Register des Akademiechronisten Johann Daniel Ferdinand 1 Völker, A. : Die Wissenschaftsbeziehungen der Medizinischen Fakultät Halle in ihrer Grün­dungsära nach Ost- und Südosteuropa. Inaug.-Dissert. (Med.); Halle 1973.

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