Antall József szerk.: Orvostörténeti közlemények 83-84. (Budapest, 1978)

FÓRUM - Szakvélemények és hozzászólások Semmelweis kórtörténetéhez (magyar és német nyelven)

DR. ENDRE CZEIZEL, GENETIKER, LEITENDER WISSENSCHAFTLICHER MITARBEITER Von Dr. Silló-Seidl wurde ich in einem Telephongespräch unterrichtet, in welche Frage ich zu einer Meinungsäußerung aufgefordert werde. Es hätte ihn interessieri ob eine angenommene luetische Erkrankung von Semmelweis irgendeine Auswirkun; auf die Nachkommen eventuell gehabt hätte. Unserem heutigen Wissen nach — in Gegensatz zu früheren Vermutungen — verursachen weder der Krankheitserrege der Lues noch die Erkrankung selbst eine Beschädigung der genetischen Substan der Geschlechtszellen, d. h. eine solche Mutation, deren Folge als eine vererbt Beschädigung in den Nachkommen zum Vorschein kommen kann. Der Grund fü frühere Mißverständnisse ist darin zu suchen, daß eine frische luetische Infizierun der schwangeren Frau (durch den Vater des Fetus oder auf eine andere Weise) nacl dem vierten Monat der Schwangerschaft eine Möglichkeit zur intrauterinen Infizierun des Fetus schafft. Dessen Folge kann eine derartige Fetopathie sein, die zu einer h schweren und charakteristischen Symptomen erscheinenden Beschädigung führe kann. Das ist die wohlbekannte konnatale Lues. Sie stellt aber eine somatische Be Schädigung dar, deren Vererbung nicht zu befürchten ist. Aufgrund der oben Gesagten hätte sich in Semmelweis' Fall eine luetische Be Schädigung der Nachkommen nur anhand einer intrauterinen Infektion ausgestalte; können. Das ist aber — meinem Wissen nach — aufgrund der Krankengeschichter die über die Nachkommen erhalten geblieben sind, nicht erfolgt. DR. BÉLA PITROLFFY-SZABÓ, OBERARZT i. R. Ich war auch der Meinung, daß Herrn Dr. Silló unser Dank für die Verschaff un der Krankengeschichte gebührt, sehe aber in der Kenntnis deren Inhalts sowie de neuesten Forschungen keinen Grund dafür, zu in ein Krimi passenden Folgerunge zu kommen. PROF. em. DR. LAJOS SZODORAY, DERMATOLOGE Ich habe auf der benannten Konferenz keine Meinung geäußert, weil ich — wi ich es Herrn Dr. Antall noch vor der Sitzung ausgeführt hatte — mit der Behandlun dieser Angelegenheit nicht einverstanden bin. Ich halte den Ton der Presse im Zu sammenhang der Entdeckung der Krankengeschichte, sowie den Inhalt und den St des Vortrags des benannten Kollegen (Dr. Silló) für sehr mißfällig. Auf der Kor ferenz habe ich noch der Meinungsäußerung von Prof. Dr. Zoltán zugehört, mit de ich in jeder Hinsicht einverstanden bin, dann trat ich aber wegen meiner andere Beschäftigungen ab.

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