Antall József szerk.: Orvostörténeti közlemények 83-84. (Budapest, 1978)

FÓRUM - Szakvélemények és hozzászólások Semmelweis kórtörténetéhez (magyar és német nyelven)

sammenklang zu bringen ist. Die Vermutung der Zuckerkrankheit soll ebenso als „lyrisch" betrachtet werden, wie die Hypoglykämie. Das Aufwerfen der Diabetes­Diagnose soll ähnlicherweise für unbegründet und unannehmbar gehalten werden wie Dr. Sillós im Exposé ausführlich erörterte andere Vermutung, nach der Semmel­weis zum Opfer einer Verschwörung, eines „Komplotts" gefallen wäre. Ich halte Semmelweis' Geistesstörung für das mit E. Bleuers Namen bezeichnete „organische Psychosyndrom", worin meine Auffassung mit der von Prof. Pál Juhásí übereinstimmt. Das Wesentliche dieses psychiatrischen Symptomenkomplexes be­steht darin, daß der Grund des Syndroms von einer diffusen organischen Gehirn­schädigung gebildet wird, was in diesem konkreten Fall auch vom Obduktionsproto­koll bestätigt ist (Atrophia cerebri, hydrocephalus chronicus, ependymitis usw.), Ich muß aber betonen, daß die den Grund des organischen Psychosyndroms bil­dende organische, diffuse Gehirnschädigung die Folge der verschiedensten organi­schen Verlaufe (sclerosis cerebri, paralysis progressiva usw., usw.) sein kann. Auf der Konferenz habe ich auch die Bonhoefersche akute exogene Reaktion er­wähnt, mit der Prof. Nyirő Semmelweis' Geistesstörung erklärt hatte, und die die Kernfrage der jahrzehntelangen Polemie bildete. Meiner Meinung nach kann auch diese akute Reaktion auf höchstlogische Weise ins „organische Psychosyndrom" hineinpassen. Die ausführliche Erörterung dieser Frage würde aber den Rahmen diesei Ergänzung überschreiten, weshalb ich sie mir für einen späteren Aufsatz vorbehalte Nur noch soviel halte ich für nötig zu bemerken, daß das organische Psychosyndrom die „vorübergehende Geistesstörung" ab ovo ausschließt. DR. ENDRE RÉTI, DIREKTOR DER BIBLIOTHEK DER SEMMELWEIS MEDIZINISCHEN UNIVERSITÄT i. R. Ich möchte mit einer Frage beginnen: War sich Semmelweis der Tatsache bewußt daß er krank ist? Er war es ohne Zweifel. Er wurde nicht mit Gewalt zu ärztlichei Behandlung geschleppt, sondern fuhr freiwillig, den Rat seiner Ärzte befolgend, in dei Begleitung seiner Frau und eines Arztes nach Österreich. Was für einer Krank hei wegen hat er das beschlossen? Hatte ihm die Wunde am Finger so weh getan, daß ei sie wollte behandeln lassen? Nein, er machte sich auf den Weg nach der Wasserheil anstalt in Gräfenberg, die bekanntlich nicht für Behandlung infizierter Wunden spe zialisiert war. Die Vermutungen, daß die Kollegen in Pest nicht über notwendige diagnostische Mittel (z. B. Thermometer) verfügt hätten, sind unhaltbar. Bereits 1844 wird in eine] Inaugural-Dissertation zu Pest die „Wärmemessung" erwähnt, János Wagner aber der auch Semmelweis untersucht hatte, „gehörte zu den ersten, die bei uns .. . da. Thermometer und die bakteriologischen Diagnosen eingeführt hatten." (T. Győry Az orvosi kar története. Bp. 1936.) Dagegen ist es schriftlich dokumentiert, daß di< Symptome von Semmelweis' Geistesstörung zumindest seit einigen Wochen durcl seine Familie und Pester Kollegen registriert und die „psychiatrische" Behandlung der selben für begründet gehalten wurde. Dafür sprechen alle früheren Daten und vielmeh

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