Antall József szerk.: Orvostörténeti közlemények 69-70. (Budapest, 1973)
TANULMÁNYOK - Buzinkay Géza: Felsőoktatási politika Magyarországon a neoabszolutizmus korában, 1849-1860.
schulautonomie. Auch die Pester, die ungarische Universität hatte Anteil an den gesamten Erneuerungen, da die Beschränkung der Autonomie nur provisorisch war und sie diese durch eine einfache ergänzende Verfügung ebenfalls erhalten konnte. Trotzdem muß der Verdacht aufsteigen, daß wir die Hochschulpolitik dieses Jahrzehnts nicht nur als durch reine Schönheitsfehler verunziert zu betrachten haben, sondern daß es auch grundlegende Mängel und Irrtümer gegeben haben mochte. Wenn sonst nichts, so würde schon allein das die Aufmerksamkeit wachrufen, daß der sehr gründlich redigierte „Rückblick", der bestrebt war, jede Propagandamöglichkeit wahrzunehmen, mit keinem Wort die lenkende, organisierende Tätigkeit Thuns hinsichtlich des Hochschulwesens erwähnt. (Das ist auch dann unverständlich, wenn wir in Betracht ziehen, daß dieser gerade betreffs der Hochschulreform die meisten Gegner hatte.) Obwohl Thun allein im ersten Jahr seines Ministeramts 16 Grundbestimmungen herausgegeben hat! Gleichfalls zu weiteren Nachforschungen regt an, daß in der späteren ungarischen Fachliteratur allein Rupp mit seinem Universitätsgedenkbuch erwähnt werden kann, der als einziger progressive Elemente der Thun-Epoche in den Vordergrund stellte. Auch in der österreichischen Literatur treffen wir nach häufig begeisterten Intonation zeitgenössischer Verfasser (Ficker, Wolf—Schwicker, Frankfurter usw.) heute bereits auf stark kritische Wertungen. So führt Erna Lesky die von Thun verabschiedeten Reformmaßnahmen nicht nur auf Feuchtersieben, sondern bis zur Tätigkeit Ludwig v. Türkheims, bis zur Konzeption der 1830 —40er Jahre zurück. Lentze betonte — in einer die gesamte Hochschulpolitik verarbeitenden Monographie — neben der Bedeutung des Vorausgegangenen auch den Charakter der realisierten Politik Thuns: in Wirklichkeit war ihr Hauptzug eine sich in kleinem Rahmen bewegende Hochschulfreiheit, ja sogar eine eindeutige „ministerielle Diktatur". All dies kann jedoch nur die eine Seite der Wertung bilden. Denn was können noch so gründliche, moderne und radikale Reformbestimmungen erreichen, wenn ihre Durchführung unterbleibt oder sehr große Mängel aufweist?! Und in der Thun-Verwaltung war die Realisation der schwächste Punkt. Seine als ausgezeichnet bewertete Personalpolitik reichte bis zur Auswahl hervorragender Fachleute der Theorie (Exner, Bonitz usw.). Die Durchführung kam dann bereits in die Hände von Personen, von denen nur wenige über das notwendige Wissen und die notwendige Tatkraft verfügten. Davon ist jede Reform bedrccht und bedeutet eine allgemeine Gefahr. Bei einer Untersuchung der personellen, wirtschaftlichen und materiellen Lage der Pester Universität stellte sich jedoch heraus, daß man nicht allein von allgemeinen Schwierigkeiten sprechen kann. In den „Grundprinzipien" vom 6. November 1849 kamen noch in erster Linie ausgesprochen wissenschaftliche Ziele nicht zur Geltung. Die Nichtbeachtung von Nationalitäten- und Sprachgesichtspunkten — wenn wir die überaus starke Germanisierung so nennen wollen — diente im allgemeinen nicht dem Ziel, daß Professoren mit großen wissenschaftlichen Fähigkeiten, wie Jan Czermák, die Lehrstühle besetzten, sondern eher mittelmäßige, farblose Personen, in deren Loyalität völliges Vertrauen gesetzt werden konnte, diese Stellen in ihrem Besitz hatten. Neben Meinungen zeitgenössischer Fachleute hieß es sogar in Zeitungsartikeln, daß anstelle einer wissenschaftlichen Ausbildung Erziehung und Ausbildung von Zuverlässigen Beamten vor sich gehe. Markusovszky schrieb: „. . . das Ziel unserer Universitäten besteht nicht so sehr in der selbständigen Pflege der Wissenschaften als vielmehr in der praktischen Ausbildung von Fachleuten und Beamten, die von Staat und Gesellschaft gebraucht werden." Er zweifelte nicht an der Notwendigkeit