Antall József szerk.: Orvostörténeti közlemények 66-68. (Budapest, 1973)
TANULMÁNYOK - Zalai Károly—Bánó Marianna: Az állam szerepe a gyógyszerészet fejlesztésében (német nyelven)
II. Die Vorfahren des ungarischen Volkes, Sippen und Stämme, kamen als Nomaden in der Zeit der Völkerwanderung, im Jahre 895, aus der heutigen Ukraine in das spärlich besiedelte Gebiet des Karpatenbeckens. Die landnehmenden Ungarn Hessen sich hauptsächlich in den Landschaften an Donau und Theiss nieder. Laut Chroniken sind vom Zeitpunkt der Landnahme an ungefähr 100 Jahre bis zur Staatsgründung vergangen. Die Staatsgründung wurde durch die Schaffung des deutschrömischen Kaiserreichs an den Westgrenzen des Karpatenbeckens beschleunigt. Der ab 997 herrschende Fürst István führte sein Volk auf den Weg des historischen Fortschritts: er bat den Papst um die Krone, sie wurde ihm gewährt. Er nahm den christlichen Glauben an und Hess sich zu Weihnachten des Jahres 1000 zum ungarischen König krönen. Diesen Akt betrachtet man in der Geschichte zugleich als Gründung des ungarischen Staates. Die 38jährige Herrschaft Istváns I. gibt Zeugnis seiner hervorragenden Persönlichkeit, seiner Fähigkeiten als Staatsgründer und Organisator des Staates: er schuf Komitate und Bistümer, schuf Gesetze zur Einführung des Christentums, zum Schutz des Privatvermögens, zum gemeinsamen Bestreiten von Staats- und kirchlichen Lasten usw. Er schuf einen solchen, seiner Zeit entsprechenden Apparat der Staatsmacht und einen solchen Verwaltungsapparat, der auch heute noch, also nahezu 1000 Jahre danach, die Basis des staatlichen Lebens Ungarns bildet und die Existenz des ungarischen Staats gewährleistet. III. Über die Lage des Gesundheitswesens und innerhalb dessen des Arzneimittelwesens zur Zeit der Landnahme, der Staatsgründung und der folgenden zwei Jahrhunderte ist uns aus Mangel an schriftlichen Aufzeichnungen, an Chroniken nur wenig bekannt. Die Kultur des Gesundheitswesens der Altungarn war wahrscheinlich ähnlich der anderer Nomadenvölker gestaltet. Heilbehandlungen mit pflanzlichen Heilmitteln wurden von Zauberern und Priestern ausgeführt. Nach der Staatsgründung wurden nach der Einführung des Christentums die ersten Klöster gebaut, in denen es auch Krankenhäuser im heutigen Sinne gab, vermutlich mit Räumen für die Arzneiherstellung und deren Aufbewahrung. Das erste Kloster und Krankenhaus Ungarns wurde 1007 in Pécsvárad errichtet. In den Städten begann sich relativ früh eine Anfangsform des Gesundheitswesens herauszubilden. In Bergbaustädten entstanden bereits im 12. und 13. Jahrhundert Krankenhäuser und Stadtapotheken. In einzelnen Städten, so in Buda, wurden bereits im 13. Jahrhundert Verfügungen über das öffentliche Gesundheitswesen herausgegeben. Der Budaer Code, den die Bürger von Buda nahezu 200 Jahre hindurch, von 1244 bis 1421 fortlaufend führten, ist zugleich das erste schriftliche Dokument, die erste Verordnung, die über Apotheken, über die Pharmazie verfügt.