Antall József szerk.: Orvostörténeti közlemények 66-68. (Budapest, 1973)

FORUM - Semmelweis kórtörténetének nyomában — Bécs és Budapest levelezése (magyar, angol és német nyelven)

das den Vorschlag enthaltene Protokoll der Professoren Balassa, Bókay und Wagner sowie eine Erklärung Bókays, die Aufklärung über die Zeit vor Ausbruch der Krankheit gibt. Gleichfalls erhalten sind die gesamten Krankenblätter des bereits erwähnten Instituts für Geisteskrankheiten. Es ist mir gelungen, auch einige Einzelheiten des Inhalts dieser Krankenblätter zu erfahren. So kann ich bereits mitteilen, das Semmelweis in diesem Institut einen Selbstmordversuch begangen hat (er wollte aus dem Fenster springen, wurde aber daran gehindert), das sofort nach seiner Einlieferung am Mittelfinger seiner rechten Hand die Symptome eines Brandes (gangraena) festgestellt wurden. Er selbst vermochte über den Ursprung keine Erklärung zu geben und erlaubte auch nicht, daß man seinen Finger verband und behandelte. Sein Tod trat am Abend des 13. August ein (und nicht vormittags um 11 Uhr, wie dies seine Familie in der Todesanzeige bekannt gab). All dies zusammenfassend, kann aufgrund der Krankenblätter angenommen werden, daß es sich im Fall der Erkrankung von Semmelweis um eine galoppierende Paralyse gehandelt haben muß. Die Ob­duktion des Leichnams nahmen Scheuthauer und Meynert am Rokitansky­Institut vor. Als wahrscheinlich kann weiterhin angenommen werden, daß das Obduktionsprotokoll den Krankenblättern beigefügt worden ist, so das jetzt vielleicht bereits der tatsächlich ,echte' Text ans Tageslicht kommen kann. Nachdem ich nun in den Besitz all dieser, eine entscheidende Wende dar­stellenden Angaben bzw. auf den Weg dorthin gekommen war, wollte ich natürlich auch wissen, wo diese Schriftstücke denn nun tatsächlich aufbewahrt werden. Es nahm weitere zwei volle Jahre in Anspruch, bis ich, meinen ganzen Spürsinn aufbietend, auch hier genaue Angaben fand. Obwohl an der betreffen­den Stelle alles getan wurde, daß das betreffende Organ bzw. die Organe dieses Landes im Fall ihres entscheidenen Auftretens die sicher nicht ohne Grund durchgeführte Geheimniskrämerei, die vielleicht auf ein Jahrhundert zurück­geht, beenden müssen. Dies erfordert die Ehrfurcht der Welt vor dem großen Geist, jedoch auch die Wissenschaft verlangt mit vollem Recht, den völligen Tatbestand zu erfahren, und es stellt eine unvermeidliche Schuld dar in bezug auf das Andenken der betreffenden Wiener Ärzte jener Zeit. In der Erfüllung dieser Pflicht will ich auch weiterhin vorankommen. Sowohl als ungarischer Historiker als auch hinsichtlich des ungarischen Willens, der nicht gestattet, vor Erreichen des Endziels, nämlich in den Besitz dieses ent­scheidenden Schriftmaterials zu gelangen, aufzugeben. Im Bewußtsein dieser Verantwortung erkläre ich vor der Öffentlichkeit weiterhin, daß ich gewillt bin, dem Rektor der Medizinischen Universität Budapest bereitwilligst und voll Vertrauen die genauen Angaben über den heutigen Aufbewahrungsort der Schriftstücke zu seiner Verfügung zu stellen und ihn an dieser Stelle voller Hochachtung zu bitten, die Abwicklung der letzten Kämpfe zu übernehmen. Ich stelle außer Zweifel, daß sich die ausländischen Aufbewahrungsstellen seiner hohen Stellung und seiner Kompetenz beugen werden."

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