Antall József szerk.: Orvostörténeti közlemények 64-65. (Budapest, 1972)

TANULMÁNYOK - Korompay, Bertalan: Edmund Krompecher (német nyelven)

aktiv teilnahm. — Vom Februar 189Ô bis Oktober des gleichen Jahres war ich als bakteriologischer Hilfsarzt beim St.-Stephan-Krankenhaus angestellt, während welcher Zeit ich etwa 450 Diptheriefälle untersuchte . . . Als Professor Pertik Ende der 90er Jahre ein halbes Jahr im Ausland verbrachte, beauftragte mich der Ober­bürgermeister der Haupt- und Residenzstadt mit der Leitung der Prosectur". — So wurde er mit dem Ende 1894 erhaltenen Ärztediplom nach ununterbrochenen Studien, aus dem Studenten sogleich zum Hochschullehrer. Wie hoch aber Pertik das Forschertalent seines Schülers einschätzte, wird im Brief lebhaft veranschaulicht, den er 1898 an Krompechers Vater schrieb, und in dem er dagegen argumentiert, dass sein Sohn eine andere Stellung — als Bakteriologe — antreten möge, wobei er gleichzeitig verspricht, aus Edmund einen Universitätsprofessor zu machen und für seine Zukunft zu sorgen. Aller­dings verlangsamte sich dieser gute Start später. Krompecher wurde 1901 Ad­junkt, 1902 — nach seiner ausländischen Studienreise, die mit einem Stipendium ermöglicht wurde — Privatdozent für pathologische Histologie und Bakteriologie. Nach 1905 hielt er bereits die Vorlesungen an der Universität wegen der Krank­heit Pertiks regelmässig ab, 1909 erhielt er den Titel eines ausserordentlichen Professors, aber erst im Jahre 1914 nach dem Tode Pertiks den Lehrstuhl für pathologische Anatomie. Somit vertrat er seinen geliebten Meister, der im Spass oft sagte, dass er eigentlich der Assistent Krompechers sei, weil er ihn von allen administrativen Arbeiten befreie, damit er sich seinen Forschungen widmen könne, acht Jahre lang. Wirft man nun die Frage auf, welchen Umständen es zu verdanken war, dass Krompecher bereits in so jugendlichem Alter mit wichtigen Forschungen in den Vordergrund treten konnte, dann kann man dies verschieden beantworten. Neben seinem angeborenen Talent, seiner Erziehung ist vor allem das Beispiel und die Unterstützung durch seinen ausgezeichneten Lehrer zu erwähnen, von dem schon die Rede war, anderenteils aber auch das pulsierende Leben auf der Universität vor allem bei den Adjunkten, das zum Ende des Jahrhunderts die wissenshungrige Jugend — zusammen mit seinen unbeschwert spassigen Ju­genderscheinungen — anspornte, die Höhen des europäischen Niveaus zu erklimmen. Neben der Universität befand sich das Kaffeehaus, das berühmte „Café Baross", wo sich die Studenten trafen. Krompecher, der Vater des Authors, hatte viele Studienkollegen, Freunde usw., aus denen später Universitäts­professoren wurden. In dem Masse wie er in seinen späteren Jahren zurück­gezogen lebte, entwickelte er sich damals im Laufe der Geselligkeit, den täglichen Besprechungen und Diskussionen zusammen mit seinen Freunden rapid. Sein geistiges Profil wurde durch die Naturwissenschaften der Jahrhundertwende ausgestaltet, jener Naturwissenschaft, deren Schlagader gerade auch bei uns in Budapest fühlbar pulsierte. Bei der Würdigung dieser Epoche darf man noch einen anderen Umstand nicht unerwähnt lassen, nämlich jene ungeheure ins­pirative Wirkung, welche für die Söhne des ungarischen Volkes, die sich damals eröffneten unbehinderten Reisemöglichkeiten bedeuteten. Krompecher hatte noch nicht einmal sein Ärztediplom erhalten, als 1893 bereits seine erste Originalveröffentlichung über die indirekte mehrfache Zell-

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