Antall József szerk.: Orvostörténeti közlemények 64-65. (Budapest, 1972)

TANULMÁNYOK - Korompay, Bertalan: Edmund Krompecher (német nyelven)

nachdem die alten Kirchenmatrikel in den Kriegsjahren verloren gingen, die Vorfahren nicht mehr nachweisbar sind. Aus seinem Charakter ist je­doch der Zug, dass er Zipser ist, unauswischbar. Dadurch wurde nicht nur die Gewissenhaftigkeit des Forschers bestimmt, sondern auch sein Ver­hältnis zu Ungarn. Krompecher hielt in seiner Familiengeschichte in Ungarn 3C0 gleichnamige Familienmitglieder in Evidenz. Er wies nach, dass drei Linien der Familie aus Iglau in das Poprad-Tal verschlagen wurden, wo sie sich dann vom 18. Jahr­hundert an stark vermehrten. Mitte des 19. Jahrhunderts lebten in Felka so viele Krompecher-Familien, dass ihre Mitglieder durch Zunamen unterschieden werden mussten. Auf den offiziellen Urkunden figurieren manchmal vier-fünf Krompecher, samt und sonders Mitglieder des Stadtrates. Auch der Bürger­meister des Städtchens hiess so. Dabei betätigen sich die meisten von ihnen nicht als Intelligenzler, sondern waren Bergleute, Handwerker, aber auch Kauf­leute und Unternehmer. Später sind sie auch unter den Gründern der Museen und Sparkassen zu finden; im ersten ungarischen Lexikon („Pallas-Lexikon") wird unter dem Stichwort „Felka" eine Krompecher-Touristensiedlung erwähnt, die man später dann (als der Author 1930 dort war) Krompecher-Park nannte. Die Zahl der Hochschulabsolventen vermehrte sich erst später. Nach dem Ersten Weltkrieg starb jedoch die Familie in schnellem Tempo aus. Nur zwei männliche Mitglieder trugen den Namen weiter, und diese zogen ebenfalls nach Ungarn. Mit Ausnahme von zwei Frauen-Abkömmlingen ist heute die Familie in der Zips vollkommen ausgestorben. 1941 nahmen die drei Söhne Edmund Krompechers den Namen „Korompay" auf. Der in Ärztekreisen bekannte Stephan Krompecher ist Lehrstuhlinhaber an der Universität in Debrecen (Lehr­stuhl für Anatomie) und ein Enkel eines nach Szepesbéla verschlagenen Mit­gliedes der grossen Familie. Edmund selbst ist ein eigentümliches Exemplar der Endogamie, d. h. der Heirat unter Verwandten. Seine Mutter, väterliche Gross­mutter und auch Urgrossmutter waren Krompecher-Mädchen. In ihm vereinig­ten sich die seit Beginn des 17. Jahrhunderts ohne Unterbrechung verfolgbaren drei Hauptlinien der Familie; man kann also von ihm getrost behaupten, dass er ein 100-prozentiger Krompecher war. Nur durch diese Umstände kann man es verstehen, warum er sich zum Ungarntum bekannte, sich der deutschen pathologischen Schule nicht anschloss, sondern sich von dieser absonderte. Durch seine Sonderstellung zog er auch die Missbilligung gewisser Deutschen Kreise auf sich (wie dies Otto Lubarsch mit einer Bemerkung bei seinem Tode als Vorstehender auf einem Ärztenkon­gress auch unmissverständlich zum Ausdruck brachte). Mit seinem selbst­bewusstem Ungartum vertrug sich die Deutschsprachigkeit seiner literarischen Tätigkeit recht gut. Obwohl er und seine Gemahlin aus deutschsprachigen Fa­milien stammten, entschlossen sie sich bei ihrer Heirat, daheim nur ungarisch zu reden. Auch den Namen Edmund benutzte er nur bei seiner literarischen Tätigkeit. In der Familie und im Freundeskreis nannte man ihn Ödön. Er unterzeichnete seine in ungarischer Sprache erscheinenden Arbeiten dement­sprechend mit Ödön.

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