Antall József szerk.: Orvostörténeti közlemények 62-63. (Budapest, 1971)

KISEBB KÖZLEMÉNYEK - Kaiser, Wolfram—Völker, Arina: Soproni orvosok hallei és wittenbergi vonatkozásai (német nyelven)

KISEBB KÖZLEMÉNYEK DIE PHYSICI SEMPRONIENSES UND IHRE BEZIEHUNGEN NACH HALLE UND WITTENBERG (EIN BEITRAG ZUR UNGARISCHEN MEDIZINGESCHICHTE DES 18. JAHRHUNDERTS) von WOLFRAM KAISER und ARINA VÖLKER jn der vorausgegangenen Abhandlung konnten wir am Beispiel von Eperjes aufzeigen, wie eng die Verbindungen der Universität Wittenberg und sehr schnell dann auch die jenigen der 1694 offiziell eröffneten Academia Fridericia­na Halensis mit den progressiven ungarländisch-protestantischen Kollegien und Gymnasien waren, die zum einen Teil mit Präzeptoren dieser Hochschulen beschickt wurden, zum anderen darüber hinaus anstrebten, ihre Zöglinge zur weiteren Ausbildung — auch zum Studium der Ars medica — an diese attrakti­ven Institutionen zu entsenden [1]. Stand dabei Eperjes stellvertretend für andere ungarische Lehranstalten, so darf an dieser Stelle auf die vielfältigen Kontakte verwiesen werden, welche das Sopron (deutsch Ödenburg) des 18. Jahrhunderts mit Halle verbanden. In den habsburgisch beherrschten Landesteilen Ungarns setzt im ausgehenden 17. Jahrhundert eine massive Rekatholisierungskampagne ein, die sich später nach dem Verzichtfrieden von Vasvár noch erheblich verstärkt. Immerhin gestatten die 1681 in Sopron erlassenen Gesetzte den Protestanten, an bestimm­ten Orten Schulen und Kirchen zu unterhalten : der in Wittenberg ausgebildete und mit August Hermann Francke (1003-1727) und seinem halleschen Waisen­hausgremium eng befreundete Theologe Andreas Torkos setzt in Győr (deutsch Raab) Bau und Einrichtung eines evangelischen Gymnasiums und einer Kirche durch, deren Einweihung 1099 stattfinden kann. Weggenosse seiner schwierigen Aufgaben wird ihm später ein Studiosus Halensis sein: Johann Bárány (1682­1757), Prediger in Vázsony und eifriger Propagandist eines Schulsystems, wie er es in Halle (1707-1711) selbst erlebt hatte (Universitätsimmatrikulation im Juni 1710). Zu den Zentren einer sich bald fest an Halle und den von dort aus vertretenen Pietismus spezifischer Ausrichtung anlehnenden Geisteshaltung gehört auch der Raum von Sopron, an dessen evangelisch-lutherischem Lyzeum Lehrkräfte wirken, die vorwiegend in der Saalestadt studierten und in ständiger Verbindung mit dem Kreis um August Hermann Francke stehen [2]. Das wird sich in den folgenden Dezennien und auch nach dem Ableben des Stifters der Schulanstal­ten „auf dem Waisenhause' * nicht ändern ; am 8. April 1739 kann der Pädagoge und einstige Francke-Adlatus Friedrich Wilhelm Beer (1091-1756) von Pozsony (deutsch Pressburg, heute Bratislava in der Tschechoslowakei) aus konstatieren :

Next

/
Thumbnails
Contents