Antall József szerk.: Orvostörténeti közlemények 60-61. (Budapest, 1971)

TANULMÁNYOK - Kaiser, Wolfram -Piechocki, Werner: A Madai-orvosdinasztia Halléban (német nyelven)

glaube vielmehr, daß, wenn es gleich manchem jungen, nur das Neue liebenden, Theore­tiker bey der ersten Ansicht anders scheinen könnte, hierdurch diese Arzeneyen in mancher Hinsicht einen Vorzug vor allen anderen Medicamenten für den praktischen Arzt be­kommen" u . Karl August v. Madai weiß die Leitung seiner Expedition bei Düffer in guten Händen; er belohnt ihn, indem er ihm ein Jahresgehalt von 000 Talern zubilligt; das sind nur 60 Taler weniger als die von ihm selbst beanspruchte Summe. Später wird Düffer dann auch noch Rendant der Firma werden. Trotz fortbestehender Depression, die durch die Kriegsereignisse von 1813 noch vermehrt wird, rettet sich die Firma über die Klippen eines Geschäftsun­tergangs, wie er anderen nicht erspart bleibt. Drei Tage nach der Konvention von Tauroggen, welche die Befreiungskriege einleiten, kann Karl August v. Madai übrigens sein Goldenes Doktoratsjubiläum feiern. Der Wiederaufstieg der Firma zeichnet sich bereits ab, als der jetzt 85 Jahre alte Madai und seine Gattin am IL Februar 1816 das Fest der Goldenen Hochzeit begehen. Das ,,Hallische patriotische Wochenblatt" vom 17. Februar 1810 bringt hierüber einen ausführlichen Bericht. Wenige Monate später — am 31. Oktober 1810 — ist Karl August v. Madai verstorben. Sein Nekrolog in der halleschen Tagespresse zeigt noch einmal die wichtigsten Stationen seines Wirkens auf: „Einfach, wie der Charakter und die Sitten dieses aus unsrer Mitte geschiedenen verehrten Mitbürgers, ist auch die Geschichte seines äußeren Lebens. Nicht sowohl wegen merk­würdiger Schicksale des letzteren, als vielmehr als Beyspiel eines im Dulden wie im Hoffen gleich achtungswerthen Sinnes, welches er allen, die ihn näher gekannt, hinterlassen, verdient er in die Reihe derer zu treten, deren Andenken diese Blätter aufbewahren sollen. Er wuchs unter den Augen eines durch Einsicht, durch seltene und glückliche Thätigkeit ausgezeichneten und emporgekommenen Vaters, dessen Stelle er hernach bekleidete, auf ; ward im 12ten Jahre Zögling des hiesigen Pädagogiums ; verließ es 175 7 ; promovirte als Doctor der Mediän 1763; schloß im J. 1766 den durch eine fünfzigjährige Dauer gesegneten und im Februar dieses Jahres gefeyerten Ehebund mit der Tochter des Herzogl. Cöthenschen Hof mar schalls W.F. v. Schlegell ; ward Vater von 4 Söhnen und f> Töchtern, und sah 23 Enkel; ward bey den zunehmenden Jahren seines Vaters sein Gehülfe; nach dessen Ableben im J. 1780 sein Nachfolger — ihm ähnlich in pünktlicher Ordnung seiner Geschäfte, und wo es nöthig war, in regelmäßigem Fleiß und redlicher Verwaltung dessen, was ihm anvertraut war. Nur die Abnahme seiner Kräfte im hohen Alter konnte ihn davon zurückbringen. Auch da that er noch, was er vermochte. Höchste Anspruchs­losigkeit und Einfachheit waren die eigenthümlichen Züge seines Charakters. Was glänzte, was Geräusch und Aufsehn machte, hatte keinen Reiz für ihn. Aber diese natür­liche Liebe zur Stille und Eingezogenheit ward nicht, was sie so leicht wird, finsterer Sinn und mürrisches Betragen. Eine kindlich sich hingebende und entgegenkommende Freundlichkeit, die selbst in den letzten Tagen seines Lebens den Sterbenden nicht verließ, war der reine Ausdruck eines menschenfreundlichen, wohlwollenden und vertrauenden Herzens wie einer ruhigen Seele. Sehr viele Stunden brachte er einsam auf seinem Zim­11 Düffer, J. F. Chr. : Kurze Beschreibung der Würckungen und Anwendungsart der bekannten Hallischen Waisenhaus Arzeneyen. Halle 1808

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