Antall József szerk.: Orvostörténeti közlemények 60-61. (Budapest, 1971)

TANULMÁNYOK - Kaiser, Wolfram -Piechocki, Werner: A Madai-orvosdinasztia Halléban (német nyelven)

mer zu; schrieb, was das Geschäft forderte, und las — vorzüglich die Geschichte alter und neuer Zeit und Schriften der Andacht — mit großer Beharrlichkeit. Sein frommer Sinn hat sich, frey von allem äußeren Schein, durch stete Ehrfurcht gegen den öffentlichen Gottesdienst, durch thätige Liebe und unermüdetes Wohlthun gegen Arme und Nothleidende, durch stille Unterwerfung unter harte Schicksale bewährt. An diesen hat es ihm nicht gefehlt. Denn er ist durch mannichfaltige Wechsel, durch schwere Zeiten, durch große Verluste gegangen. Entbehrungen und Versagungen, welche die harte Zeit ihm im Alter auflegte, ließ ihn unstreitig seine Genügsamkeit und Mäßig­keit leichter ertragen. Bey dem Verlust seines ältesten, durch Fähigkeit und Kenntnisse zu trefflichen Hoffnungen berechtigenden Sohnes und einer höchst achtungswürdigen Tochter (die früh ihrem Gatten folgte) hat ihn seine Gottergebenheit nicht sinken lassen. Ihm ist ein sanftes schmerzenloses Ende geworden. Der Gedanke daran, der bey dem Hinschwinden seiner Kräfte öfter in ihm erwachte, erfüllte ihn mehr mit Freude als Traurigkeit. Er wußte, daß wir alle unter dieser Bedingung gebohren sind. Alle seine Mitbürger vernahmen mit Theilnahme seinen Tod; denn er war ihnen allen durch Leutseligkeit, Milde und große Wohlthätigkeit theuer und werth. Geräuschlos hat man ihn zur Gruft getragen. Er ruht an der Seite seines Sohnes, in dem er die Stütze seines Alters gehofft hatte. Seine vielgeprüfte Gattin — die unzertrennliche treue Gefährtin seines Lebens durch ein halbes Jahrhundert — und seine Kinder segnen die Hand Gottes, die ihm die drückenden Leiden eines gebrechlichen Alters erspart und so sanft dem Erdenleben entrückt hat" 1-. Die Nachfolge im Amt des Firmenleiters tritt sein Sohn Karl Wilhelm Samuel v. Madai an, der nunmehr die dritte hallesche Madai-Generation verkörpert. KARL WILHELM SAMUEL V. MADAI (1777-1851) ist beim Tode des Vaters 39 Jahre alt und seit 16 Jahren als Arzt und Adlatus in der Expedition tätig, als die Firmendirektion auf ihn übergeht. Dabei war er auf Umwegen zur Medizin gekommen und zunächst nicht an einer Amts­nachfolge des Vaters interessiert gewesen — ebensowenig wie seine Brüder Friedrich Wilhelm Gottlieb August v. Madai und August v. Madai, die beim Ableben des Vaters in hohen Regierungsämtern in Merseburg bzw. in Stendal und Potsdam wirken. Ursprünglich sollte nämlich David Friedrich Sigismund v. Madai (1770-1796) das ärztliche Erbe seines Vaters antreten. Er studierte ab 1790 Medizin und läßt schon während seiner Studienjahre vorzügliche Leistungen erkennen, die ihm von seinen Lehrern einmütig bescheinigt werden. Insbesondere der berühmte Johann Christian Reil (1759-1813) — seit dem 29. Januar 1788 ordentlicher Professor der Therapie und Direktor der Schola clinica Halensis — wendet dem hoffnungsvollen Schüler seine Aufmerksamkeit zu, doch will es das Schicksal anders : David Friedrich Sigismund Madai stirbt kurz, vor Abschluß seines Studiums im März 1796. In den Fakultätsannalen findet sich hierzu die Eintragung: „sind die Candidaten Herr Ziegler u. Herr. v. « Hallisches patriotisches Wochenblatt 17, Nr. 47 (1816)

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