Antall József szerk.: Orvostörténeti közlemények 60-61. (Budapest, 1971)

TANULMÁNYOK - Kaiser, Wolfram -Piechocki, Werner: A Madai-orvosdinasztia Halléban (német nyelven)

an der Academia Fridericiana Halensis, erklärt sich am 27. Februar 1797 zu einer verbindlichen Lösung der Urheberfragen bereit. Madai gibt mit Schreiben vom 12. März 1797 sein Einverständnis, lehnt aber die Entschädigungssumme in der verlangten Höhe ab. Schließlich kommt nach dem Tode von Friedrich Adolph Richter (am 15. Mai 1797) eine Einigung zustande: der sogen. Richter­sche Vertrag bringt die als Hauptmedikamente bezeichneten Präparate in das Eigentum des Waisenhauses zurück, die Richter-Erben werden mit einer Leibrente abgefunden 9 . Damit scheint alles geklärt, doch werden sich fünf Jahrzehnte später aus den Klauseln dieses Vertrages nochmals neue Streit­fragen ergeben — dann allerdings zwischen den Madais und dem halleschen Waisenhause. Die Krisensituation der Jahrhundertwende zwingt Karl August v, Madai zu einschneidenden Maßnahmen, die auch eine Preissteigerung mit sich bringen. Die Depression kann durch geschickte Geschäftsführung überwunden werden, wobei dem Firmendirektor vor allem die Mitarbeit eines versierten Arzt­Pharmazeuten zu Hilfe kommt: der im Jahre 1800 in Halle promovierte Arzt Johann Christian Friedrich Düffer (1775-1831) tritt in die Medikamenten­expedition ein; seiner Tätigkeit verdankt die Firma bald den entscheidenden Anstoß zu neuer Blüte 10 . Am 11. Juli 1802 heiratet Düffer Maria Friderike Koch, die Tochter des bereits erwähnten Madaischen „Ersten Mitarbeiters" Dr. Johann Friedrich Koch: zur fachlich-beruflichen Bindung an die Expedition kommt auch hier wieder die persönliche hinzu. Düffer nimmt vor allem auch die Propagierung der Madaischen Arzneimittel in die Hand, deren Zahl bis 1808 auf 26 ansteigt — 1746 waren es 17 Arznei­fertigwaren gewesen. Im Jahre 1808 kann er eine „Kurze Beschreibung der Würckungen und Anwendungsart der bekannten Hallischen Waisenhaus-Arzeneyen" publizieren; als das Büchlein erscheint, haben die politischen Umwälzungen nach der preußischen Niederlage von 1806 die Stadt Halle zum neuen König­reich Westphalen geschlagen. Düffer betont in diesem Propagandatraktat : „Zwar hat das Waisenhaus, wegen der so außerordentlich gestiegenen Preise aller Medi­cinal-Waaren in den letztern Jahren, eben aus diesem Grunde, von dem Debit dieser Arzeneyen nicht den Nutzen haben können, den es in den wohlfeilem Zeiten davon hatte, weil die Preise derselben bisher, der drückenden Zeiten wegen, zur Erleichterung des Debits, so unbedeutend wenig erhöhet sind ; indeß hat man sich selbst dadurch nicht abhalten lassen, durchaus den alten Grundsätzen zu folgen, keine schlechte Waare zu den Ingredienzien anzuschaffen, und keine wesentlichen Veränderungen mit den Medica­menten vorzunehmen, indem wir alle der angenehmen Hoffnung leben, daß der unselige Krieg, der die Waaren so sehr vertheuert, und den Debit ins Ausland unmöglich macht, doch endlich aufhören muß. Daß sie übrigens noch fetzt, bey der mehr vervollkommneten Chemie und Pharmazie, streng nach der alten Norm verfertigt werden, wird bey einem würklich praktischem und erfahrnem Arzt ihnen nicht zum Vorwurf gereichen, ja ich 8 Verwaltungsarchiv der Franckeschen Stiftungen; Tit. IX, Sekt. II, Nr. 24 10 Kaiser, W.-W, Piechocki: Johann Christian Friedrich Düffer aus Aurich (1775-1831), Professor für Pharmakologie und Pharmazie in Halle. Emder Jahr­buch 49, 157-178 (1969)

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