Antall József szerk.: Orvostörténeti közlemények 60-61. (Budapest, 1971)

TANULMÁNYOK - Kaiser, Wolfram -Piechocki, Werner: A Madai-orvosdinasztia Halléban (német nyelven)

gence zum allgemeinen Schaden, so wohl derer Anstalten, als auch derer Patienten, die solche gebrauchen, praepariret worden . . . Vornehmlich betrifft solches die Füllung des Rothen Pulvers und des Balsams in die Gläser und Büchsen, als worbey ein solches Ver­sehen vorgehen kan, daß die Schuld einer schlechten praeparation unumbgänglich auf Uns fallen muß, ohnerachtet wir nichts dafür können" 37 . Dr. August Richter antwortet erst nach längerer Zeit und beharrt auf dem Standpunkt, daß er Erbe der Richterschen Rezepte sei. Die Franckeschen Stif­tungen trennen sich deshalb von ihm (G. A. Franckes Brief v. 8, 4, 1740). Madai wird nun Zentralfigur der Medikamentenexpedition. Er übernimmt ein wirtschaftlich wohlgeordnetes Erbe, das er aber weiter auszubauen sich bemüht. Erhielten die Stiftungen in der Richter-Ära z. B. zwischen 1720-1730 rund 15 065 Taler an abgelieferten Geldüberschüssen, so sind es 1740-1750 schon '23 993 Taler und 1750-1700 gar 27 807 Taler :!f \ Der Wohlstand wächst also ständig; anerkennend wird man Madai bescheinigen müssen: „Durch seine chemischen Kenntnisse und Erfahrungen, und auch Erfindung neuer Medicamente, hat er sich nicht nur ein eignes ansehnliches Vermögen erworben, sondern auch die Medicam. Exped. des W. H. erweitert, und besonders durch seine ausgezeignete Thätigkeit, Klugheit und ausgebreitete Bekanntschaft, diese Expedition so in Flor gebracht, als sie nie vorher gewesen"' 3!) . Diese Passage bereits weist aus, daß Madai später durchaus seine Rechte auf eigene Spezialitäten zu wahren wußte. Das Waisenhaus hat ihm diese An­wartschaft auch nach dem Abgang von August Christian Friedrich Richter Zunächst noch bestritten, dann aber wohl einsehen müssen, daß es nicht schlecht beraten sei, Madai gut verdienen zu lassen und dabei selbst gehörig zu pro­fitieren. Im Familienstreit ist Madai Sieger geblieben — im persönlichen Leben trifft den nunmehr alleinigen Firmendirektor schweres Leid: nach knapp elfjähriger Ehe wird ihm seine Frau Maria Margaretha im Juni 1741 durch den Ted im Wochenbett entrissen. Im kleinen Gewölbe der Kirche von St. Georgen in Glaucha erfolgt am 24. Juni 1741 ihre Beisetzung zusammen mit dem ebenfalls verstorbenen neugeborenen Töchterchen. Schon vorher waren den Eheleuten Madai in den Jahren 1735—1740 vier Kleinkinder verstorben, die an gleicher Stelle bestattet wurden 10 . Madais väterliche Hoffnungen ruhen jetzt nur noch auf dem 1731 geborenen Sohn Karl Samuel, der unter seiner Obhut aufwächst. Um 1741 müssen noch einmal Befürchtungen aufgetaucht sein, daß auch Madai versuchte, das Arzneiwesen des Waisenhauses ,,zu einer Familiensache zu machen". Jedoch liegt hierüber nur wenig Schriftwechsel vor, da die meisten Unterhandlungen entweder über einen Dritten (meistens Professor Johann 31 ebendort pag. 102 :!8 Kaiser, W.-W. Piechocki: Anfänge einer pharmazeutischen Industrie in Halle und ihre Begründer. Münch, med. Wschr. 109, 1743-1749 (1907) 30 Beschreibung des Hallischen Waisenhauses; Halle 1799, S. 193 40 Knuth, G. : Geschichte der Kirchengemeinde von St. Georgen zu Glaucha­Halle a. S.î Halle 1891, S. 215-210

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